10.07.2017 | OVZ

FDP-Stadtrat nimmt OB Wolf aufs Korn

Zschiegner: Fehlen bei Bündnis für Frieden ist Desinteresse

VON THOMAS HAEGELER

Altenburg. FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner hat Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) Gleichgültigkeit, Desinteresse und Schmoren im eigenen Saft vorgeworfen. Anlass für seine Kritik ist das Fehlen der Skatstadt beim internationalen Bündnis „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) und dem dazugehörigen Flaggentag, mit dem sich zahlreiche Stadtoberhäupter für Frieden und atomare Abrüstung einsetzen.

„Dieses Anliegen sollte uns allen, also auch unserem OB Michael Wolf, am Herzen liegen“, sagte Zschiegner anlässlich des diesjährigen Flaggentages am Freitag. „Da er und damit die Stadt Altenburg nicht dabei sind, drängt sich mir die Frage auf, ob ihm dieses Thema vollkommen egal ist – sei es aus Gleichgültigkeit oder weil mittlerweile das blanke Desinteresse die Stadt zu regieren scheint.“ Aus seiner Sicht ließe sich mit der Teilnahme relativ einfach sehr positive PR machen. Dass Altenburg bisher fehle, „zeigt einmal mehr, wie sehr Michael Wolf mittlerweile nur noch im eigenen Saft schmort und keinen Blick mehr für andere wichtige Dinge außerhalb der Rathaus- beziehungsweise Stadtmauern hat“.

Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für die Sicherheit und das Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger verantwortlich sind, versucht man durch Aktionen und Kampagnen die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern und deren Abschaffung zu erreichen. 1991 wurden die „Mayors for Peace“ von den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert. Mit dem Flaggentag verleihen die Rathauschefs ihrem Anliegen durch Hissen der „Mayors for Peace“-Fahne öffentlich Ausdruck.

Inzwischen gehören dem Netzwerk über 7000 Städte und Gemeinden aus über 160 Ländern an. In Deutschland sind rund 470 Mitglieder beigetreten. Aus dem Altenburger Land sind dies neben Schmölln (seit Mai 2016) und Gößnitz (seit Mai 2017) auch der Meuselwitzer Ortsteil Mumsdorf sowie Kriebitzsch (beide seit Ende 2004). Daher wegen der Wichtigkeit des Themas und auch wegen der Mitgliedschaft zahlreicher SPD-geführter Städte wie Hannover, Leipzig oder Weimar fordert der liberale Stadtrat Wolf auf, „sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen“ und dafür zu sorgen, dass „die Flagge der ’Mayors for Peace’ 2018 auch am Altenburger Rathaus weht.