10.07.2017 | OVZ

„Löbichau ist gut geführter Klein-Betrieb“

Bürgermeister begründet Ablehnung der Gebietsreform

Löbichau. Der Löbichaer Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) hält nichts von einer Kreisgebietsreform. Warum er auch nach dem Fall des Vorschaltgesetzes noch weiter an für diese Überzeugung kämpfen wird, verrät er im Interview.

Herr Hermann, was halten Sie als Bürgermeister von Löbichau von der Gebietsreform?

Nichts. Bei uns gibt es ein klares „Nein“ zur Gebietsreform. Sowohl von den Bürgern, als auch von den Gemeinderäten. Alle sind dagegen. Ich bin nicht überrascht davon, dass das Vorschaltgesetz gekippt worden ist. Leider ist damit nicht die Gebietsreform vom Tisch. Es heißt für uns nun ganz einfach weiter auf breiter „Front“ gegen diese geplante Gebietsreform mobil zu machen. Unsere Aktivitäten mit benachbarten Gemeinden zur Bildung einer Landgemeinde sind in die Sommerpause gegangen.

Was spricht aus Ihrer Sicht denn konkret gegen die Reform?

Bei Entscheidungen über die Zukunft der Gemeinde wären die Mitspracherechte durch so eine Gebietsreform erheblich eingeschränkt. Für mich ist es der völlig falsche Ansatz bei der Gebietsreform, alles allein von der Größe einer Kommune abhängig zu machen. Ich vergleiche es gerne mit einem Unternehmen. Ein Ein-Mann-Betrieb muss ja nicht unwirtschaftlicher sein als ein 100-Mann-Betrieb.

Löbichau ist demnach – auch mit seinem Gewerbegebiet – ein gut geführter Klein-Betrieb?

Ja. Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass die Kommunen immer weniger Schlüsselzuweisungen vom Land erhalten. Löbichau kriegt ohnehin seit sieben Jahren kein Geld mehr vom Freistaat. Warum sollten wir einen gesunden Betrieb weggeben? Doch selbst wenn wir pleite wären, wären wir gegen die Gebietsreform. Wir wollen weiterhin selbst über unsere Belange entscheiden.

Interview: Ems