28.09.2017 | OVZ

AfD-Erfolg in Altenburg: FDP gibt OB Wolf die Schuld

Altenburg. Der FDP-Kreisverband Altenburger Land macht Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf mitverantwortlich für das Erstarken der AfD in der Skatstadt. 27,7 Prozent der Altenburger, die am Sonntag zur Bundestagswahl ihre Stimme abgaben, entschieden sich auf der Parteienliste für die AfD (die OVZ berichtete). Damit lag die Alternative für Deutschland in Altenburg an vorderster Stelle – ebenso deren Direktkandidat Robby Schlund. „Altenburg ist die traurige und unangefochtene AfD-Hochburg unter den Thüringer Kreisstädten“, resümiert die FDP im Landkreis.

OB Wolf hatte im OVZ-Gespräch die „verfehlte Asylpolitik im Landkreis“ als Ursache für den AfD-Erfolg benannt. Rund 80 Prozent der Flüchtlinge wurden in der Skatstadt untergebracht. FDP-Kreisvorsitzender Torsten Grieger sieht diesen Zusammenhang nicht: „In Meuselwitz, Nobitz und Rositz hat die AfD noch mehr Zweitstimmen erhalten. Mit einer zu ungleichmäßigen Verteilung der Flüchtlinge kann das also kaum zusammenhängen“, konstatiert er.

Die Liberalen sehen den Grund eher „im Agieren sowie Nicht-Agieren des Altenburger Oberbürgermeisters“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Stadtoberhaupt lasse Stellungnahmen, etwa zu Reichskriegsflaggen im Stadtgebiet oder zum Brandanschlag auf den Wohnblock in Altenburg-Nord 2015, bis heute vermissen. Stattdessen hofiere er das Bürgerforum, das die FDP zu den Wegbereitern für den AfD-Wahlerfolg in Altenburg zählt. Die Freien Demokraten empfehlen dem OB zu dem mehr Einflussnahme in puncto Schulplanung: „Wie kann es sein, dass an einer Altenburger Grundschule in der ersten Klasse fast 50 Prozent Flüchtlingskinder sitzen, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, und in einer anderen Altenburger Grundschule kein einziges?“ Das schüre Sorgen bei Eltern und züchte die nächste Generation von Rechts-Wählern heran.

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