18.10.2017 | OVZ

Persönliche Referentin von OB Wolf nimmt Arbeit auf

Katharina Schenk freut sich auf neue Herausforderung / Ihre Einstellung sorgt für Kritik im Stadtrat

VON THOMAS HAEGELER

Altenburg. Seit knapp zwei Wochen ist sie im Dienst. Ausgerechnet in der Urlaubswoche von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) nahm seine neue persönliche Referentin Katharina Schenk ihre Arbeit auf. Wie die OVZ exklusiv berichtete, fungiert die 29-Jährige seit 4. Oktober als rechte Hand des Stadtoberhaupts. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung und die Verwaltung, die ich bisher nur aus meiner Arbeit im Leipziger Stadtrat kenne“, sagte die Messestädterin, die pendelt, anlässlich ihrer Vorstellungsrunde im Rathaus.

Eine lange Einarbeitungszeit gibt es für die verheiratete Mutter einer kleinen Tochter aber nicht. Denn ihr Terminkalender ist bereits gut gefüllt. Schließlich ist Schenk Ansprechpartnerin für Anliegen der Bürger, schreibt für den OB Reden und Grußworte und ist zudem zuständig für die Angelegenheiten in den Ortsteilen. Dabei soll sie Bindeglied zwischen Ortsteilräten und Verwaltung sein. Die ersten Anfragen aus der Bevölkerung hat sie schon abgearbeitet.

Schenk hat an der Universität Leipzig Philosophie, Sozial– und Politikwissenschaften studiert und einen Masterabschluss in Philosophie. In diesem Fach promoviert sie auch. Die gebürtige Schkeuditzerin ist neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Leipziger Stadtrat auch Vorsitzende der Jungen Sozialisten (Jusos) in Sachsen. Außerdem gehörte die Juso-Chefin 2013 zum Wahlkampfteam von Leipzigs OBM Burkhard Jung und betreute im Landtagswahlkampf der Sozialdemokraten 2014 die regionalen Kandidaten. Zudem verfügt sie über journalistische Erfahrungen (Uniradio Mephisto, Philosophie Magazin).

Als persönliche Referentin Wolfs folgt sie auf Christian Repkewitz, der seit Monaten erkrankt ist. „Bei Bürgerterminen, –anfragen, Reden und Grußworten brauche ich Entlastung“, begründete Wolf die unbefristete Neubesetzung der Stelle. Laut OB hat man Repkewitz’ Ausfall durch Umverteilung von Aufgaben und Mehrarbeit bis Ende September kompensiert, was aber nur zeitlich begrenzt möglich war. Nach seiner Genesung soll er das Sachgebiet Stadtrats– und Archivangelegenheit leiten. Während er für den Stadtrat bisher schon zuständig war, kommt das Stadtarchiv hinzu.

Durch die Umstrukturierung kann sich Katharina Schenk stärker um Bürgeranfragen, repräsentative Dinge und die Arbeit mit den Ortsteilräten kümmern. „Wer Kontakt zur neuen persönlichen Referentin aufnehmen möchte, ruft am besten an oder sendet eine Mail“, empfiehlt Rathaussprecher Christian Bettels, den Schenk bei Abwesenheit vertritt.

Allerdings sorgte Schenks Einstellung für Kritik im Altenburger Stadtrat. So warf etwa Detlef Zschiegner (FDP) Wolf dadurch OB-Wahlkampf zulasten der Stadt vor: Es dränge sich der Verdacht auf, „dass hier vorrangig versucht wird, das Wolfsche Wahlkampfteam auf Kosten der Stadtkasse organisatorisch und personell zu optimieren“. Während Johannes Schaefer (Stadtforum/Grüne) den Umgang mit Repkewitz kritisierte, ist CDU-Chef André Neumann der Meinung, dass der OB bei der Neueinstellung den Stadtrat hätte beteiligen und einen Nachtragshaushalt vorlegen müssen. Für die Antwort auf eine entsprechende Nachfrage hat die Stadt nun bis Ende des Monats Zeit.

Katharina Schenk ist in der Stadtverwaltung Altenburg, Markt 1, 04600 Altenburg, per E-Mail katharina.schenk@stadt-altenburg.de oder telefonisch unter 03447 594103 erreichbar.