06.12.2017 | ABG-Net

OB-Wahlkampf auf Kosten der Altenburger Stadtkasse

FDP sieht Befürchtung bestätigt

Bereits bei der Vorstellung der sächsischen Juso-Chefin Katharina Schenk als neue persönliche Referentin des Altenburger Oberbürgermeisters haben die Freien Demokraten die Befürchtung geäußert, dass Wolf mit ihr auf Kosten der Stadtkasse in den SPD-OB-Wahlkampf ziehen wolle. Dass er nach seinem überraschend angekündigten Rückzug vom Chefsessel im Altenburger Rathaus im nächsten Jahr jetzt den Staffelstab an sie übergeben möchte, empört nicht nur FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner.

“Da die Altenburger SPD ganz offensichtlich keinen geeigneten Kandidaten hat, den sie in das Rennen um die Nachfolge ihres Oberbürgermeisters schicken kann, soll nun zu Lasten der Altenburger Steuerzahler eine Leipzigerin zur OB-Wahl fit gemacht werden. Für eine Stadt, von der sie selber sagt, dass sie sie gar nicht kenne. Das schlägt dem Fass den Boden aus! Es würde mich und viele andere Altenburger nicht wundern, wenn sich Michael Wolf von seinen Genossinnen und Genossen zum Ende seiner Amtszeit in die Geschäftsführung eines kommunalen Unternehmens hieven lassen will, um von dort aus weiter die Strippen in der Skatstadt zu ziehen. So wird in der Stadt bereits gemunkelt, dass er möglicherweise selber die Nachfolge von SWG-Chef Rüger antreten möchte. Das würde seinem Politikstil entsprechen, denn vom Oberbürgermeister im Rathaus zum Oberkellner im Ratskeller wird er die Karriereleiter sicherlich nicht herabsteigen wollen”, erklärt der sichtlich verärgerte Altenburger FDP-Stadtrat und Kreisvorstand gegenüber der Presse.

Für die Freien Demokraten zeigt die Entwicklung der letzten Monate, dass die SPD nicht nur im Bund und im Land, sondern auch in der Skatstadt zunehmend das Gespür für ihre Wählerinnen und Wähler verliert. “So wenig wie die Bürgerinnen und Bürger auf den Schulz-Zug von Würselen nach Berlin aufgesprungen sind, so wenig Interesse und Verständnis haben sie für eine Schenk-S-Bahn von Leipzig nach Altenburg – noch dazu, wenn sie – die Bürgerinnen und Bürger – dafür zur Kasse gebeten werden sollen, dass sie – Katharina Schenk – erster Klasse auf den Chefsessel der Skatstadt fahren kann”, sagt Zschiegner und empfiehlt den Altenburger Wählerinnen und Wählern, bei der OB-Wahl im kommenden Frühjahr dann doch lieber auf ein einheimisches “Gewächs” zu setzen.

“Mit André Neumann haben wir nicht nur einen engagierten und politisch erfahrenen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters. André Neumann ist darüber hinaus auch ein waschechter Altenburger, der weiß, wie die Menschen in seiner Heimatstadt ticken. Und der seinen Wahlkampf aus eigener Tasche und mit Spenden finanziert, aber nicht mit Steuergeldern. Denn die kann man in Altenburg für viele andere Sachen eindeutig besser verwenden”, so Detlef Zschiegner abschließend.

FDP-Kreisverband Altenburger Land

Kommentare:

Seppl | 06.12.2017 | 14:15

Dass der OB mit so einem Fall von Vetternwirtschaft abtritt, finde ich ziemlich armselig, das hätte er Altenburg nicht bieten müssen.

Rudi | 06.12.2017 | 19:43

Das ist doch genau die Manier der “Volksparteien”, nämlich auf Kosten des Volkes die Parteischäfchen ins trockene oder besser gesagt an Posten zu bringen. Der Steuerzahler interessiert die Genossen doch übedhaupt nicht, man sehe doch nur das Wahlversprechen zur Rücknahme der Straßenausbaubeitragsabzockerei, oder das kostenlose Kindergartenjahr, oder Ganztagschule – meine kostenlose Hortbetreuung, oder die in Thüringen fehlende Million zum Betreiben der Kinderhospizstation. Stattdessen beschäftigt man sich mit Postenschachereien. Einfach nur armselig unsere Politiker der “Volksparteien”. Die gehören zur nächsten Wahl – egal welcher Art unter 5%.

Robert Beyerlein | 06.12.2017 | 23:44

Was ist denn hier los? Sind wir jetzt schon wieder in den Zeiten, in denen Amtsstuben Selbstbedienungsläden sind? Ob man nun jede Annahme in der Meldung von Herrn Zschiegner Glauben schenken muss, sei dahingestellt, z.B. was die SWG angeht. Aber dass wir alle dafür bezahlen sollen, dass eine bislang arbeitslose Sozi-Tante in Altenburg eine Beschäftigung findet, ist schon ein starkes Stück. Bestenauslese gibt es offenbar nicht mehr, genauso wie Herr Wolf es schon bei der SWG versucht hatte.

Brunhilde Benning | 07.12.2017 | 20:12

Eigentlich ist das ziemlich clever von OB Wolf. Er versucht eben auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt über das Strohmann-Prinzip weiterzuregieren und versucht, eine Marionette zu installieren. Neben dem schönen Geld des Steuerzahlers, das für den Wahlkampf der Redenschreiberin verpulvert wird, sollte man aber fast schon Mitleid mit der SPD haben, die gar nicht merkt, wie sie hier am Nasenring durch die Manege gezogen wird.

Rudi | 08.12.2017 | 07:46

@Robert Beyerlein

Wir sind seit der politischen Wende in den “Selbstbedienungsamtstuben”. Man muss nur hinsehen und hinhören, dann sieht man, was hier abgeht. Mit Hartz4 TV werden die Menschen davon abgebracht nachzudenken, gesteuert durch die Politik und bezahlt aus unseren Gebühren. So entstehen die Tatsachen, welche wir täglich zu spüren bekommen und auszubaden haben.

jan keule | 13.12.2017 | 18:41

Unser Noch-OB allein hat uns viel Geld in seiner sogenannten Amtszeit gekostet, Ergebnis deutlichst sichtbar in Altenburg, dazu aktuelle Diätenerhöhung 13.12.17.

alles nur Heuchler