07.12.2017 | ABG-Net

Schenk: "Ich wünsche mir eine inhaltliche Debatte"

Zu den Äußerungen von FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner, erklärt Katharina Schenk, designierte SPD-Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Altenburg:

“Es hat mich sehr verwundert, dass statt einer sachlichen Debatte über politische Inhalte jetzt schon seit Tagen Unterstellungen über meine Person und meinen Wahlkampf verbreitet werden. Wenn es um die Frage geht, wie wir Altenburg weiter nach vorn bringen, helfen aus dem Zusammenhang gerissene Zitate nicht weiter. Ja, ich komme von außen. Das ist nun wirklich keine Enthüllung, sondern eine Tatsache, die ich als Stärke empfinde. Mein unverstellter Blick und auch mein Blick aus Leipzig sagen mir: Das Standortmarketing in Altenburg hat hohes Wachstumspotenzial.

Ich will Altenburg zur Bürgerstadt entwickeln, mit einer Verwaltung, die den Service-Gedanken großschreibt und sich entschlossen modern aufstellt. Ich will Altenburg zur Wohnstadt formen, mit gut erschlossenem Bauland, attraktivem Wohnraum und einer Kampagne in den wachsenden Oberzentren.

Altenburg nimmt einen sofort gefangen. Ich ziehe voller Überzeugung hierher. Die Altenburgerinnen und Altenburger können stolz sein, auf eine tolle Stadt, die endlich mehr Gehör auf Landesebene braucht.

Es ist kein Geheimnis, dass ich seit Oktober in der Stadtverwaltung arbeite. Ich arbeite für den Oberbürgermeister, verfasse Reden, bereite Termine vor, organisiere Gedenkveranstaltungen. Das unterscheidet mich nicht von den vielen anderen Referenten und Assistenten, die im öffentlichen Dienst tätig sind. Meinen Wahlkampf gestalte ich in meiner Freizeit, so wie ich es bereits erfolgreich als Leipziger Stadträtin getan habe. Es entbehrt jeder Grundlage, eine vom Steuerzahler finanzierte Kampagne zu vermuten. Nach dieser Logik dürfte niemand aus dem öffentlichen Dienst je für ein Amt in der Politik kandidieren. Das fordert hoffentlich niemand ernsthaft.

Ich freue mich auf eine Versachlichung der Debatte und gute Gespräche mit den Altenburgerinnen und Altenburgern. Am Samstag beginne ich meine erste Wahlkampfaktion.”

Kommentare:

Ein Schelm … | 08.12.2017 | 01:35

“Mein unverstellter Blick und auch mein Blick aus Leipzig sagen mir: Das Standortmarketing in Altenburg hat hohes Wachstumspotenzial.” Für diese Erkenntnis brauche ich weder einen unverstellten noch einen Blick aus Leipzig. Das sieht mittlerweile die Mehrheit der Altenbürger so. Die sehen allerdings auch, dass Ihr Genosse Michael Wolf 18 Jahre Zeit hatte, dieses Potenzial zu erkennen und in seiner Funktion als OB auszuschöpfen. Dass nun gerade Sie, als sein Import und Protegé, sich anmaßen, unsere Stadt nach vorne bringen zu wollen, ist ebenso hochmütig wie überheblich und dumm.

Erkennen Sie endlich: So, wie die SPD im Bund gescheitert ist, so ist sie auch in Altenburg gescheitert. Und da der Fisch bekanntlich vom Kopf stinkt, sollte man die Ursachen für das Scheitern auch genau dort suchen: Nicht bei den Genossen an der Basis, sondern im arroganten, rechthaberischen und überheblichen Politikstil des Altenburger OBs. Der mit dem, was Sozialdemokratie ausmacht, mittlerweile absolut nichts mehr zu tun hat. Vielleicht sollten Sie mal mit den Genossen an der Basis sprechen und sich nicht nur auf die Aussagen von Michael Wolf oder seinen getreuen Gefolgsleuten Norman Müller oder Torsten Rist verlassen. Dann sind Sie nämlich verlassen.

Mein Tipp: Bleiben Sie in Leipzig und gehen Sie dort konsequent Ihren Weg in der SPD. Das ist Ihr Terrain, und dort haben Sie durchaus reelle politische Chancen. Hier in Altenburg begraben Sie jedoch gerade Ihre politische Karriere – für einen SPD-OB, der sich selber ins (rechte) Abseits manövriert hat.

Was meinen Sie denn, warum er gerade jetzt hinwirft? Weil er amtsmüde ist? Nein! Weil er genau weiß, dass ihm der Laden schon bald um die Ohren fliegen wird. So sollen/dürfen/müssen Sie die Folgen seiner politischen Allein- und Irrgänge ausbaden. Ich wäre geneigt zu sagen “viel Spaß”, aber 18 Jahre unter SPD-OB Wolf haben die Stadt so abgewirtschaftet, dass es nicht mehr viel mit Spaß zu tun hat, was hier abgeht – auch wenn er sich für den einzig Intelligenten in der Stadt und alle anderen (einschließlich seiner eigenen Genossen) für zu dumm hält.

Deshalb mein Tipp an Sie: Überlegen Sie sich sehr genau und gut, auf was für ein politisches Abenteuer Sie sich hier einlassen. Sehen Sie sich genau in Wolfs Keller um: Welche Leichen liegen dort und welche Bomben drohen nach seinem Abgang zu platzen? Und: Schauen Sie genau hin, damit Sie nicht am Ende nur ein weiteres Bäuerinnenopfer eines nach 18 Jahren an sich selber gescheiterten Genossen sind.

Rudi | 08.12.2017 | 05:39

Frau Schenk wünscht sich eine politische Debatte für Altenburg? Seit fast 30 Jahren darf die geführt werden. Seit 30 Jahren hört Thüringen auch unter SPD Führung in Jena – spätestens jedoch am Hermsdorfer Kreuz auf und Altenburg liegt da noch hinter Gera und Schmölln, also Frau Schenk die SPD sollte genau so wie die anderen Parteien aufhören zu labern, sondern endlich fürs Volk gegbenenfalls aus der 2. Reihe handeln anstatt um Posten zu haschen. Dann vielleicht ist es möglich Persönlichkeiten für politische Ämter hervor zu bringen und Bürger zu überzeugen wieder SPD Genossen zu wählen. Mit personellen Importen, welche für die Region keine Sacharbeit und Erfolge vorzuweisen haben hat es in den seltensten Fällen geklappt – ein Ausnahmebeispiel wie Lothar Spät wird es wohl für Altenburg nicht geben. Stellt sich mir die Frage: “Was sind Ihre Referenzen oder Verdienste für Altenburg, um als MEISTER aller BÜRGER oder eben Bürgermeister das Zepter in die Hand nehmen zu wollen?” Ihr jugendlicher Mut in allen Ehren, aber soll der ausreichen, um Altenburg zum Wohle von uns Bürgern nach vorn zu bringen?

Torsten Grieger | 08.12.2017 | 11:35

Sehr geehrte Frau Schenk,

bitte erlauben Sie mir drei Anmerkungen:

1.: All das, was Sie in Ihrer Antwort auf die Kritik von FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner als Ihre Ziele für Altenburg definieren, sind Ziele, mit denen SPD-OB Michael Wolf bereits im Jahr 2000 ins Rennen gegangen ist. Also nichts Neues; Dinge, die für jeden politisch interessierten Altenburger offen auf der Hand liegen. Vor allem jedoch nichts, mit dem Sie sich auch nur im Ansatz von André Neumann abheben – im Gegenteil: Sie müssen die Stadt und die Befindlichkeiten ihrer Einwohner ebenso wie der umliegenden Gemeinden zunächst einmal kennen lernen, André Neumann ist “einer von uns”, der sich bestens auskennt, gut vernetzt ist und genau weiß, wo in Stadt und Umland der Schuh drückt.

2.: Sie haben Ihren Job bei der Stadtverwaltung beschrieben und darauf hingewiesen, dass Ihr Wahlkampf erst an diesem Wochenende startet. Auf den Artikel von Herrn Zschiegner hin haben sich mehrere Altenburger gemeldet und berichtet, dass der OB gemeinsam mit Ihnen Termine wahrnehmen und Sie dabei den Bürgerinnen und Bürgern der Skatstadt als “Ihre neue Oberbürgermeisterin” vorstellen würde. Sollte dem so sein, wäre das a) schon jetzt und b) ganz klar Wahlkampf auf Kosten des Steuerzahlers und c) Amtsmissbrauch – von Ihnen und dem OB.

3.: Ich kann mich “dem Schelm” nur anschließen: Warum scheitert die SPD immer wieder an sich selbst? Als Kind des Ruhrgebiets kenne ich die SPD-Klüngel- und Vetternwirtschaft mehr als gut genug. Auch dort haben die Genossinnen und Genossen lange (Jahrzehnte!) daran geglaubt, dass Posten wie der eines Oberbürgermeisters Erbhöfe seien, die man seinen Parteifreunden nach Gutdünken zuschustern kann. Das klappt zum Glück nicht mehr! Schade nur, dass Ihre Partei nicht merkt, wie sie die Wählerinnen und Wähler mit genau diesem Politikstil vergrault. Insbesondere in Altenburg gibt es viele SPD-Stammwähler, die bei der Bundestagswahl im September ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben. Ausdrücklich auch wegen dem Politikstil von OB Michael Wolf!

Einer inhaltlichen Debatte will und wird sich niemand entgegenstellen beziehungsweise entziehen. Auf Kosten des Steuerzahlers und unter schamloser Ausnutzung von Ämtern und Positionen Wahlkampf zu machen, werden nicht nur die Freien Demokraten jedoch auch weiterhin aufs Schärfste kritisieren!

Zum Abschluss noch ein Tipp:

Gehen Sie Dingen zunächst selbst auf den Grund und schreiben Sie in Ihren Pressemitteilungen nicht nur das, was Ihnen der OB diktiert. So schreiben und fordern Sie, Altenburg brauche mehr Gehör auf Landesebene. Das ist sicherlich richtig. Aber: Haben Sie einmal darüber nachgedacht, wer für die tauben Ohren in Erfurt und Weimar verantwortlich ist? Als ehemalige Landesvorsitzende der sächsischen Jusos sollten Sie in der Lage sein, den Ursachen hierfür extern wie stadt- und parteiintern auch ohne rosa Brille einigermaßen objektiv auf den Grund zu gehen. Und? Was sehen wir da? Wolfs rustikalen Politikstil haben mittlerweile selbst die an und für sich wohlgesonnen(st)en Genossinnen und Genossen in den Ministerien und im Landesverwaltungsamt mehr als satt. Schuld selbst, dumm gelaufen …

Ein Bürger | 08.12.2017 | 16:59

Danke, Herr Grieger! Als weiteren Beleg für den offenbaren Missbrauch der vom Steuerzahler finanzierten Arbeitsstelle darf man auch die rege Tätigkeit von Frau Schenk auf sozialen Medien werten, bei denen schnell mal offenbar berufliche und Wahlkampftermine vermengt werden. Normalerweise müsste ein Behördenleiter dagegen vorgehen, aber welchen Nutzen hätte Herr Wolf davon, genau das zu tun?

nachdenker | 08.12.2017 | 21:13

Fakt ist, ohne Wolf hätte es die Süd-Umgehung-Schnell-Straße um Altenburg nicht gegeben, Punkt.

Fakt ist auch, dass Wolf alleinbestimmend handelte. Die Wirtschaft-Politik der Stadt erschließt sich mir nicht, gab es doch in den letzten Jahren keine neuen Firmen mit Arbeit für Menschen. Die Wirtschaftsförderung ist damit m. E. gescheitert, hier müssen neue Leute her. Leute mit Ideen für die Zukunft. Es reicht also keine Kosmetik an der Spitze, neue Leute müssen jetzt dafür sorgen, dass Altenburg nicht zum “Armenhaus!!!” wird. Ob die SPD diese Leute hat, weiß ich nicht.

Fakt ist aber auch, dass die CDU hier über 20 Jahre an der Macht war, und nur an ihr eigenes “Klüngel” dachte, ich erinnere an Apotheken ect. Diese Leute haben ausgesorgt für sich allein! Punkt!

Für die jungen Unternehmer dieser Stadt erwarte ich ein Zeichen des Aufbruchs, hier gibt es noch so viel zu tun, die Politik sollte dabei helfen, anstatt sich mit sich selbst zu beschäftigen. Die Zeit läuft uns davon….

Torsten Grieger | 09.12.2017 | 15:06

Sehr geehrter Nachdenker,

als Liberaler ist es an und für sich nicht meine Aufgabe, hier eine Lanze für die CDU zu brechen. Dennoch möchte ich richtig stellen, dass die CDU nur bis 1990 in der Stadt sowie im Landkreis “an der Macht” war – also nur zehn und nicht wie von Ihnen in den Raum gestellt zwanzig Jahre.

SPD-OB Michael Wolf reagiert mittlerweile fast doppelt so lange, wirklich etwas bewegt hat er jedoch schon seit Jahren nichts mehr. Die anfängliche Euphorie ist lange verflogen.

Aus Sicht der Freien Demokraten braucht Altenburg frischen Wind, und zwar keinen Parteibuch-Import, sondern einen echten Altenburger, der sich seit vielen Jahren ebenso anerkannt wie erfolgreich in der Kommunalpolitik engagiert. Aus diesem Grund geht das sogenannte bürgerliche Lager mit einem gemeinsamen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Altenburger Oberbürgermeisters: André Neumann.

Als erfolgreicher “Personaler” in einem bekannten deutschen Konzern halten wir ihn für optimal geeignet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung wieder zu motivieren. Was ein erster, wichtiger Schritt gegen den Stillstand in der Skatstadt wäre. Außerdem ist er im Gegensatz zu SPD-Mann Michael Wolf nicht von der Idee besessen, sowieso alles besser zu wissen und deshalb alleine entscheiden zu wollen, sondern in der Lage, Aufgaben und Kompetenzen zu delegieren.

Dass er in der CDU ist, spielt bei einer Personenwahl wie der OB-Wahl eine deutlich geringere Rolle, als seine Stärke, auch parteiübergreifend zu integrieren. Ich kenne nur sehr wenige Politiker, die in der Lage sind, Anträge, Ideen und Vorschläge inhaltlich – und nicht dogmatisch – zu bewerten und aufzugreifen, unabhängig davon, von welcher Fraktion sie eingebracht worden sind. André Neumann ist einer von ihnen.

Ein Bürger | 09.12.2017 | 16:48

@Torsten Grieger: Sicher meinten sie ab 1990 und nicht bis… Die CDU stellte OB und LR von 1990 bis 2000. Für die OB-Wahl kann man sich das auch für nächstes Jahr wünschen, aber Uwe Melzer im Landkreis, das ist wirklich schwer vorstellbar…

Neider | 09.12.2017 | 17:10

Herr Grieger,

einen Rat von mir (so schreiben sie ja auch). Glauben sie nicht alles, was man Ihnen erzählt. Was ist ein erfolgreicher Personaler? Erkundigen sie sich mal bei der Firma in Beerwalde. Und noch eins. Warum machen Sie die Drecksarbeit für Herrn Neumann. Ein Schelm…

Torsten Grieger | 09.12.2017 | 20:20

Sehr geehrter “Bürger”,

Sie haben natürlich recht. Es sollte heißen “… dass die CDU nur von 1990 bis 2000 in der Stadt und im Landkreis 'an der Macht' war …”.

Sehr geehrter “Neider”,

Sie werden sicherlich zustimmen, dass Herr Neumann für die Probleme jener “Firma in Beerwalde” nicht verantwortlich war. Und wenn Sie ehrlich sind, werden Sie mir sicherlich beipflichten, dass er im Hinblick auf die seinerzeit betroffenen Kolleginnen und Kollegen einen schwierigen Job ziemlich gut gemacht hat. Das muss man meiner Meinung nach “neidlos” anerkennen.

Im Übrigen mache ich nicht “die Drecksarbeit” für Herrn Neumann. Die Freien Demokraten in Altenburg haben beschlossen, André Neumann als gemeinsamen Kandidaten des bürgerlichen Lagers zu unterstützen. Er ist sozusagen der gemeinsame Kandidat von CDU und FDP. Wenn das Stadtforum / Die Grünen oder Pro Altenburg ihn auch noch zu “ihrem” Kandidaten ernennen und ihn im Wahlkampf aktiv unterstützen würden, fände ich das absolut klasse.

Neider | 10.12.2017  14:06

Hallo Herr Grieger,

Sie sind scheinbar ein Insider und wissen mehr aus der Zeit “Beerwalde”. Wieder nur “Hören und SAGEN”. Und ich dachte, Sie sind an der Wahrheit interessiert. ;-)

Was passierte also alles nach dem Wechsel von der Zeitfirma nach “Beerwalde”? Lassen Sie uns teilhaben an Ihrer Wahrheit!

Rudi | 14.12.2017 | 06:57

Ich vermisse einen Kommentar in Frau Schenks Artikeln kein zur Entkräftung der Aussagen anderer. Ist das die lebhafte Diskussion oder schon Resignation ob der Gegenargumente und Aussagen der “Kommentare”? Oder wird die “Merkelsche” Methode, nämlich Aussitzen geübt? Oder steht sie gar über den Dingen?