09.12.2017 | OVZ

SPD-Kandidatin weist Kritik aus Stadtrat zurück

Katharina Schenk trennt Dienst und Wahlkampf strikt

VON THOMAS HAEGELER

Altenburg. Katharina Schenk hat die Kritik des Wahlkampfs auf Kosten der Stadtkasse entschieden zurückgewiesen. „Für mich ist es selbstverständlich, Dienst- und Wahlkampfbelange nicht zu vermischen“, sagte die designierte SPD-Kandidatin für den Altenburger Oberbürgermeister-Posten am Freitag auf OVZ-Nachfrage. Wie ernst sie das meint, zeigte die 29-Jährige, die seit Oktober persönliche Referentin von OB Michael Wolf (SPD) ist, indem sie die Anfrage in ihrer Pause beantwortete. „Es entbehrt jeder Grundlage, eine vom Steuerzahler finanzierte Kampagne zu vermuten.“

Diesen Vorwurf hatte FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner diese Woche aufgemacht und dabei auch kritisiert, dass die noch bis Januar in Leipzig lebende Sozialdemokratin Altenburg nicht kenne. „Es hat nichts mit Bürgernähe zu tun, von hier zu kommen“, konterte Schenk, die im Februar nach Altenburg ziehen will und ihren „unverstellten Blick“ als Stärke empfindet. „Ich will Altenburg zur Bürgerstadt entwickeln, mit einer Verwaltung, die den Service-Gedanken großschreibt.“ Ziel sei außerdem, Altenburg zur Wohnstadt zu formen samt Kampagne in den Oberzentren.

Dass sie für Bürgeranliegen zuständig ist, sieht Schenk ebenso wenig als Gefahr für eine Verletzung des Neutralitätsgebots. „Es geht dabei um konkrete Problemanzeigen und nicht um grundsätzliche Programme für die Stadt“, erklärte sie. Das trage Service-Charakter und sei nicht von einer politischen Agenda gesteuert. „Für die heiße Phase des Wahlkampfs werde ich meinen Jahresurlaub nehmen.“ Zudem sei auch eine Freistellung Thema. „Das hängt davon ab, wie der Wahlkampf läuft.“

Diesen beginnt Schenk am heutigen Sonnabend auf dem Altenburger Markt mit einer Postkarten-Aktion: „Ich teile ein Rezept für eine gute Backstube und möchte von den Altenburgern Ideen für die gute Stube der Stadt.“ Dies werde bis zum Ende des Weihnachtsmarkts jedes Wochenende stattfinden.