05.06.2009 | OVZ

Altkirchen wählt neuen Bürgermeister

Ex-VG-Chef Peter Bugar ist einer von drei Bewerbern

Altkirchen. In der Gemeinde Altkirchen muss am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Hubert Fritz (CDU) hat schon zu Beginn des Jahres seinen Rücktritt angekündigt. Als Gründe hatte der 66-Jährige Unstimmigkeiten mit und innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft, den Ärger über die neue politische Gruppierung der Regionalen und sein Alter angeführt (OVZ berichtete).

Mittlerweile ist Fritz ehrenvoll verabschiedet worden. Und drei Kandidaten bewerben sich um den Bürgermeisterposten in der mit über 1100 Einwohnern zweitgrößten Gemeinde der VG Altenburger Land: Ex-VG-Chef Peter Bugar, Hartwig Lobert, beide treten als Einzelbewerber an, sowie Olaf Anders von der Bürgerbewegung Altkirchen.

Insbesondere die Bewerbung von Peter Bugar sorgt für Aufsehen. Hatte er doch erst 2007 sein Amt als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Im Januar 2007 war der damals 55-Jährige in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Zuvor war er seit Anfang 2005 bis auf kurze Unterbrechungen erkrankt. Die VG hatte damals sein Stellvertreter Hans-Jürgen Heitsch (FDP) ehrenamtlich geführt.

Peter Bugar, der vor der Wende bei der Wismut unter Tage als Bergmann gearbeitet hatte, war von 1989 bis 1999 schon einmal Bürgermeister von Altkirchen. Dann leitete er die VG Mehna, später VG Altenburger Land, ab 1994 hauptamtlich.

Erst im Jahr 2000 wurde Bugar Mitglied der FDP und stieg dort rasch in die Führungsebene auf. Zeitweise war er stellvertretender Parteivorsitzender der Liberalen. Das Aus kam im Herbst 2008. Da wurde er aus der Partei ausgeschlossen, als bekannt wurde, dass er, obwohl noch Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion, sich an die Spitze der neuen politischen Gruppierung „Die Regionalen“ gestellt hatte.

Fraktionschef Karsten Schalla hatte damals erklärt: „Noch vor Wochen war Peter Bugar todsterbenskrank. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man unter bestimmten Voraussetzungen genesen und neue Aufgaben übernehmen kann.“ Und in einer Pressemitteilung des Kreisverbandes bekräftigte Schalla vorgestern seine Kritik an dem Abtrünnigen: „Mir scheint, dass er mit seinem Wechsel zu den Regionalen nicht nur seine Krankheit überwunden, sondern auch unsere Inhalte vergessen hat.“ Das sei ein Schlag ins Gesicht, insbesondere für so langjährige Wegbegleiter und erfolgreiche Verfechter der Eigenständigkeit von Kommunen wie den Göllnitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch.

Bugar weist die Vorwürfe zurück. Das Kapitel FDP sei für ihn abgeschlossen, er hoffe nun, dass man zur Sacharbeit übergehen könne. Was seinen Gesundheitszustand angeht, versicherte er, Rücken und Wirbelsäule seien dank guter ärztlicher Betreuung zu 80 Prozent wieder hergestellt. Er fühle sich heute mit 58 Jahren sehr wohl in der Lage, sich in mehreren Ehrenämtern mit aller Kraft engagieren zu können.

Mit: „Altkirchen braucht einen topfiten Bürgermeister“, bewirbt sich Hartwig Lobert (parteilos) aus Röthenitz ebenfalls für das Bürgermeisteramt. Lobert ist gelernter Maschinen- und Anlagenmonteur, er hat sich als Verwaltungsfachwirt weiter qualifiziert und Erfahrungen in der Kommunalpolitik als Bürgermeister von Monstab und VG-Chef in Rositz gesammelt. Die VG Rositz leitete er von 1994 bis 1999. Den Platz musste er damals nach einer öffentlichen Ausschreibung räumen, nachdem das Los gegen ihn entschieden hatte. Bekannt ist der 50-Jährige insbesondere Sportlern auch als Abteilungsleiter Fußball in Dobitschen.

Der Dritte im Bunde, Olaf Anders, ist 58 Jahre alt und Versicherungsvertreter. Er arbeitet seit fünf Jahren im Gemeinderat mit. Die Bürgerbewegung habe ihn bewusst aufgestellt, um den Bürgern Alternativen anzubieten. „Jetzt müssen möglichst auch alle zur Wahl gehen“, hofft Anders.

Edeltraud Peschel