08.06.2009 | TV Altenburg

Kommentar zum Wahlabend

Eine erste Analyse

Noch gibt es kein amtliches Endergebnis, noch gibt es keine Liste der Einzelstimmen, aber es gibt einen Trend. Und dieser Trend zeigt größere Veränderungen im Stadtrat in Altenburg und im Kreistag an. Auch kann man nicht mehr daran rütteln, der Verlierer bei der Wahl heißt CDU. Sowohl bei der Europa- als auch der Stadtrats- und Kreistagswahl verlieren die Christdemokraten beträchtlich. Das dies nicht nur allein am Fall der Fünf-Prozent-Hürde liegt, zeigen gerade die Europawahlen. Hier hat die CDU im Landkreis einen größeren Verlust als der Landesdurchschnitt. Fehlendes Profil oder die Zerstrittenheit der Partei scheinen beim Wähler angekommen zu sein. Egal ob Kreis- oder Ortsvorstand, egal ob Fraktionsvorsitzender in Stadt oder Kreis, das Ergebnis haben alle zu verantworten. Welche Konsequenzen dies, vor einer Landtags- und einer Bundestagswahl, haben muss, werden die nächsten Wochen zeigen.

Ein strahlenden Sieger dürfte FDP heißen. So ziehen die Liberalen in Fraktionsstärke in Altenburg ein und vergrößern sich im Kreis. Allerdings könnte, gerade in der Stadt Altenburg, das Ergebnis vermutlich noch besser aussehen. So hatten sich die Liberalen in ihrem gesamten Wahlkampf auf Altenburgs OB Michael Wolf eingeschossen. Genutzt hat dies nichts. Kaum Auszudenken, wie ein CDU Ergebnis ausgesehen hätte, wäre die FDP als bürgerliche Alternative zur zerstrittenen CDU in die Wahl gezogen.

Der durch die FDP entzündeten Listen- oder Plakatdiskussion zum Trotz, schafft die SPD in Altenburg einen historischen Sieg. Erstmals gewinnen die Sozialdemokraten die Wahl um den Altenburger Stadtrat. Mit dem eigenen OB im Rat hat die SPD sogar die meisten Stimmen im Gremium. Sowohl bei Europa-, als auch bei Stadtrats- und Kreistagswahlen können die Sozialdemokraten den Bundestrend umkehren. In Altenburg ist das Ergebnis fast historisch. Erstmals hat die SPD die meisten Stimmen zu einer Wahl und deplatziert damit die CDU.

Die Regionalen haben ihr Ziel erreicht und ziehen in den Kreistag ein. Allerdings reicht es, selbst mit der CDU gemeinsam nicht, Stimmenmehrheiten für den Landrat zu organisieren. Auch zeigt sich, dass die Wählervereinigung ganz klar im Revier der CDU gewildert hat.

Erstaunlich hingegen ist das Abschneiden der Linken, sowohl im Kreis als auch in der Stadt Altenburg. So muss die Partei klare Einbußen hinnehmen. Hier bleibt es noch zu analysieren, woran dieser Einbruch bei den Stimmen liegt.

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