24.06.2009 | OVZ

Stadtrat

Erwartetes und Überraschendes

Altenburg. Die Alten werden die Neuen sein, und ein ganz Neuer kommt hinzu. Auf diesen Nenner lässt sich die Wahl der Fraktionschefs für den neuen Altenburger Stadtrat bringen. Denn die bislang darin vertretenen Parteien halten an ihren Spitzenleuten fest, während die FDP nach 15 Jahren erstmals wieder in diesem Gremium vertreten ist.

So steht der SPD-Fraktion, die nach dem Beitritt des einzigen grünen Abgeordneten Volker Liebelt auf zwölf Sitze kommt und damit zur stärksten Fraktion wird, erneut Nikolaus Dorsch als Chef vor. Er hat gleich drei Stellvertreter: Torsten Rist, Wilfried Präger und Neuzugang Annett Kügler. Oberbürgermeister Michael Wolf, der allein für die Sozialdemokraten über 5000 Stimmen holte, nimmt sein Mandat erwartungsgemäß nicht an. Für ihn rückt Carsten Heyn, Kabarettist bei den „Nörgelsäcken“, nach.

Bei der CDU bleibt Peter Müller nach seinem sensationellen Wahlergebnis an der Fraktionsspitze, ihm zur Seite als Stellvertreter stehen Christian Götze und Christoph Zippel.

Bei den Linken wäre alles andere als Birgit Klaubert als Fraktionschefin eine mittlere Sensation gewesen. Die bleibt natürlich aus. Die Landtagsvizepräsidentin führt weiter die Linken im Altenburger Stadtrat, ihr Stellvertreter wird wieder Harald Stegmann.

Bei den Liberalen wird erwartungsgemäß Spitzenkandidat Wolfgang Krause auch Fraktionschef. Sein Stellvertreter ist Karsten Schalla. Auch hier gibt es Veränderungen bei den Abgeordneten – allerdings überraschend. So nimmt Harald Kunze sein Mandat nicht an. Der Altenburger Zahnarzt will sich voll auf den Kreistag konzentrieren. Gleiches macht auch FDP-Kreischef Daniel Scheidel, der Nachrücker gewesen wäre. Der nächste in der Rangfolge ist Torsten Grieger, doch er schlägt das Mandat aufgrund erheblicher beruflicher Verpflichtungen ebenso aus. Daher komplettiert Tierschützerin Andrea Rücker das FDP-Quartett, zu dem noch Johannes Frackowiak gehört.

Wenn der neue Stadtrat am 2. Juli zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt, steht als eine der ersten Amtshandlungen die Wahl des ehrenamtlichen OB-Stellvertreters ins Haus. Hier zeichnet sich eine Kampfabstimmung ab. Die Christdemokraten wollen Stefanie Apel vorschlagen, die Linke Kati Klaubert.

Einigkeit scheint higegen bei der Wahl des Stadtratsvorsitzenden zu bestehen. Dem Vernehmen nach wollen alle Fraktionen den SPD-Vorschlag akzeptieren und mit Peter Friedrich einen der prominentesten Politiker des Altenburger Landes in dieser Funktion bestätigen. Bislang hatte dieses Amt Wolfgang Kern (SPD) inne. Doch der Bauunternehmer kandidierte nicht wieder für den Stadtrat. Seine Stellvertreterin war Barbara Plötner. Die Linke will die Altenburger Zahnärztin erneut vorschlagen, die CDU meldet allerdings mit Wido Hertzsch ebenfalls Ansprüche an.

Ellen Paul