07.07.2009 | OVZ

Unmut über Amts-Rückzug

Altenburg (K.W.). Die geplante Schließung der Außenstelle des Landwirtschaftsamtes sorgt in Altenburg für Aufregung. Der FDP-Kreisverband bezeichnet den Rückzug als „Schlag ins Gesicht für eine stark von der Landwirtschaft geprägte Region“. Im Landratsamt wird der Ortswechsel ebenfalls bedauert.

Landwirtschaftsamt

Unmut über Rückzug aus Altenburg

Altenburg (K.W.). Die geplante Schließung der Außenstelle des Landwirtschaftsamtes sorgt in Altenburg für einige Aufregung. Der FDP-Kreisverband bezeichnet den Rückzug als „Schlag ins Gesicht für eine stark von der Landwirtschaft geprägte Region wie das Altenburger Land“. Im Landratsamt wird der Ortswechsel ebenfalls bedauert, teilt die Behörde auf OVZ-Anfrage mit.

Die Altenburger Außenstelle des Landwirtschaftsamtes Zeulenroda soll im Herbst dicht gemacht werden (OVZ berichtete). Die Einrichtung zieht von der Zeitzer Straße nach Großenstein, wo sich die landwirtschaftliche Versuchsstation befindet. Als Hintergrund für diese Entscheidung wird mangelnde Effizienz der bisherigen Adresse angegeben. Die Räume seien zu groß und teils ungenutzt, da die landwirtschaftliche Fachschulausbildung nur noch in Zeulenroda und Stadtroda stattfinde. Darüber hinaus sei es sinnvoller, die Mitarbeiter von Amt und Versuchsstation Tür an Tür arbeiten zu lassen.

Für die FDP im Landkreis ist das ein unzureichendes Argument. „Wegen der angeblich zentraleren Lage werden über 14 Arbeitsplätze aus der Kreisstadt nach Großenstein abgezogen“, moniert Kreisvorsitzender Daniel Scheidel. „Ein Nachnutzungskonzept für die dem Freistaat Thüringen gehörende Immobilie gibt es natürlich auch nicht.“ Scheidel wertet das als Armutszeugnis für die CDU-Landtagsabgeordneten Christian Gumprecht und Fritz Schröter, wirft ihnen mangelnden Einfluss in Erfurt vor.

Als besonders dreist empfindet es der Scheidel außerdem, dass man zunächst die Thüringer Schulferien abgewartet habe, um die schlechte Nachricht öffentlich werden zu lassen. „Warum findet denn keine landwirtschaftliche Fachschulausbildung mehr in Altenburg statt?“, fragt der Liberale und fordert mehr gesellschaftliche Verantwortung für Gebäude und Standorte. „Davon ist hier leider nichts zu sehen.“

Das Landratsamt betont gegenüber OVZ, dass es seitens der Behörde bereits 2004 „große Bestrebungen“ gegeben habe, einen Umzug zu verhindern. Damals war die Zusammenlegung der Landwirtschaftsämter von Altenburg und Zeulenroda geplant. „Hierbei gab es auch ein Gespräch mit dem zuständigen Minister.“ Schließlich sei vom Freistaat entschieden worden, dass die Außenstelle in Altenburg zunächst bis 31. Dezember 2007 festgeschrieben bleibt. „Dieses Datum wurde mit einer weiteren Anordnung im September 2006 in ,Vorläufig’ geändert. Damit war zwar deutlich, dass die Außenstelle in Altenburg befristet eingerichtet ist, die aktuelle Entwicklung war aber nicht abzusehen. Über den Umzug der Mitarbeiter hat das Landratsamt erst über die Presse erfahren.“