27.08.2009 | OVZ

Schule, Kreisreform, Flugplatz

Was wollen die Kandidaten?

Im Landtag wird Landespolitik gemacht – doch fast alles, was im Erfurter Parlament beschlossen wird, hat Auswirkungen auch bis ins Altenburger Land: Schulstruktur und Flugplatzentwicklung, Kosten für Wasser und Straßenbau, Kulturförderung oder Gebietsreform.
Um unseren Lesern die Entscheidung am Sonntag ein wenig zu erleichtern, stellt die OVZ deshalb alle Direktkandidaten der bundesweit wichtigsten Parteien noch einmal auf einen Blick vor – heute die Bewerber aus dem Wahlkreis 43. Außerdem baten wir die Kandidaten um möglichst knappe und präzise Antworten auf zwei Fragen.

Daniel Scheidel (FDP)

Daniel Scheidel ist 50 Jahre alt. Nach dem Abitur lernte er Bankkaufmann und schloss sein Studium als Diplom-Volkswirt ab. Von 1990 bis 1993 war er für die Commerzbank in Madrid tätig, danach als Geschäftsführer der deutschen Industrie- und Handelskammern in Peru und Argentinien. Von 2002 bis 2007 war er Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg, seither ist er Leiter Vertrieb und Marketing bei einer Altenburger Sportwagenfirma.

Er ist verheiratet, konfessionslos, hat zwei Kinder und wohnt in Altenburg.

Seit 2004 ist er Mitglied der FDP, wo er von 2006 bis 2008 stellvertretender Landesvorsitzender war. Seit 2006 ist er Kreisvorsitzender im Altenburger Land.

Seit der Kommunalwahl im Juni ist er Mitglied des Kreistags Altenburger Land und stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion.

Ehrenamtlich engagierte er sich von 2006 bis 2007 als stellvertretender Vorsitzender des SV Motor Altenburg.

Welche drei politischen Projekte Ihrer Landespartei sind Ihnen am wichtigsten?

Erstens Werbung von 1000 Muttersprachlern für den Fremdsprachenunterricht, weil die Fremdsprachenkenntnisse der Schul- und Hochschulabsolventen, aber auch des politischen Führungspersonals im internationalen Maßstab nicht gut genug sind.

Zweitens für eine sinnvolle Zusammenfassung der Vielzahl von Fördermittelprogrammen und die Entrümpelung von bürokratischen Hemmnissen.

Drittens für den Straßenbau und -ausbau, beispielsweise der neuen B 7 zwischen Altenburg und der A 72 Chemnitz–Leipzig, den Ausbau der B 93 Meerane–Altenburg–Borna und der L 1362 Altenburg–Lumpzig–Gera einschließlich der Ortsumgehungen.

Für welche drei Projekte/Probleme der Region wollen Sie sich im Landtag besonders einsetzen?

Erstens für ein klares Ja des Freistaats zum Flugplatz Altenburg-Nobitz. Er muss sich endlich als Gesellschafter engagieren, denn Landkreis und Stadt Altenburg erledigen hier derzeit die Arbeit des Freistaats.

Zweitens für mehr Landesbehörden im Altenburger Land, denn auch in diesem Punkt haben die bisherigen CDU-Landtagsabgeordneten aus unserem Kreis versagt.

Drittens für kommunale Selbstbestimmung statt Zwang, deshalb bin ich für kommunale Selbstbestimmung und gegen eine linke Kreisgebietsreform.