11.09.2009 | OTZ

Grossbild in der Diskussion

Grüner Abgeordneter fordert im Kreistag Stellungnahme von Sieghardt Rydzewski

Von OTZ-Redakteurin Jana Borath

Löbichau/Altenburg. Das Großbild von Werner Petzold “Die friedliche Nutzung der Atomenergie”, das seit Samstag das Gesamtkunstwerk “Resurrektion Aurora” der Gemeinde Löbichau ergänzt (OTZ berichtete), sorgte zur Kreistagssitzung am Mittwoch Abend in Altenburg für Diskussionsstoff.

Ingo Prehl, gewählt für Die Grünen/Bündnis 90 und nun zur SPD-Kreistagsfraktion gehörig, forderte von Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) Stellungnahmen zur Großbildaufstellung in Löbichau: ob der Kreis Träger des Wandbildes sei, ob ordnungsgemäße Planungen und Aufsicht derselben geführt worden wären in Zusammenhang mit der Aufstellung des Werkes, wie hoch die Gesamtkosten dafür gewesen seien, ob an diesen der Kreis oder kreiseigene Gesellschaften beteiligt seien und ob der Titel des Werkes die Haltung des Kreises widerspiegle.

Sieghardt Rydzewskis Antwort fiel kurz aus: “Der Landkreis ist nicht Träger des Areals ´Resurrektion Aurora´, lediglich Mitinitiator dieses einstigen Buga-Begleitprojektes.” Damals seien per Kreistagsbeschluss Anschubfinanzierungen dafür vorgesehen gewesen, die man jedoch nie habe in Anspruch nehmen müssen. Da die Gemeinde Löbichau Eigentümer und Träger von “Resurrektion Aurora” sei, seien der Kreis sowie der Kreistag nicht zuständig. Sämtliche bauplanerischen Dinge seien ordnungsgemäß über die entsprechende Behörde gegangen. Finanzielle Beteiligungen an dem Projekt würden indes in den nichtöffentlichen Teil der Kreistagssitzung gehören: “Und dort werde ich diese Frage sehr gern beantworten”, so der Landrat.

Das Großbild “Die friedliche Nutzung der Atomenergie” war am Samstag in Löbichau eingeweiht worden. Die Kosten dafür betragen rund 130.000 Euro. Die Gemeinde Löbichau als Träger von “Resurrektion Aurora” übernimmt rund 30 Prozent der Gesamtsumme, Sponsoren und Spender steuern laut Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) den restlichen Betrag bei (OTZ berichtete).

Die baurechtliche Genehmigung, um das einstige Wandbild in freier Landschaft aufstellen zu können, erteilte der Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz des Kreises. Leiter Kunz Gelbrich bestätigte gestern auf OTZ-Anfrage: “Statische Vorgaben für die Aufstellung des einstigen Wandbildes wurden von der Gemeinde Löbichau ebenso erfüllt, wie Auflagen der Naturschutzbehörde.” Demnach muss die Kommune für Ausgleichspflanzungen sorgen. Ebenso sei ein spezielles Traggerüst aus Stahl für das Bild statisch korrekt geplant, angefertigt und installiert worden. “All das wurde natürlich ordnungsgemäß geprüft”, so der Fachdienstleiter.

Zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Werk ist ebenfalls am Samstag begleitend eine Dokumentation erschienen, und es wurden entsprechende Informationstafeln vor Ort aufgestellt (OTZ berichtete). “Mit deren Inhalten identifiziert sich der Landkreis”, so Sieghardt Rydzewski am Mittwoch knapp.