18.09.2009

Pädagogik statt Technik

FDP-Kandidat gegen Videoüberwachung an Schulen

In der, nach dem Amoklauf an einem Gymnasium in Ansbach wiederbelebten, Diskussion um die Sicherheit an deutschen Schulen mahnt FDP-Bundestagsdirektkandidat Dr. Johannes Frackowiak zur Versachlichung. “Der Ruf nach flächendeckender Überwachung an Schulen, zum Beispiel durch Videokameras, geht in die falsche Richtung”, so Frackowiak gegenüber der Presse. Aus seiner Sicht führt eine derartige Maßnahme nicht nur zum Verlust an persönlicher Freiheit, sondern ist darüber hinaus auch mit sehr hohen Kosten verbunden, die seiner Meinung nach besser direkt in das Bildungssystem investiert werden sollten.
“Schon jetzt fehlt das Geld für hinreichende pädagogische Fördermaßnahmen für Problemschüler sowie Sozialarbeiter und Schulpsychologen an jeder Schule. Hier muss investiert werden!”, bringt es der liberale Kandidat auf den Punkt und ergänzt: “Unser Ziel muss doch darin bestehen, auch in der Schule auf die Emotionen und Befindlichkeiten der Schüler eingehen zu können. Das erreicht man zum Beispiel auch durch kleinere Klassenstärken – aber nicht durch Totalüberwachung an Schulen! Wenn überhaupt, führen solche Maßnahmen dazu, dass Überwachung zur Normalität wird. Das aber kann nicht unser Ziel sein!”
Frackowiak warnt außerdem davor, nach den Massakern in Ansbach, Erfurt und Winnenden jetzt reflexartig die Verschärfung des Jugendstrafrechts zu fordern: “Die Anwendung und Durchsetzung unserer Gesetze reicht in der Regel vollkommen aus. Auch hier muss unser Augenmerk gerade bei jungen Heranwachsenden viel verstärkter auf Prävention gelegt werden!”