18.12.2009 | OVZ

Flugplatz

FDP sieht kaum Chancen im Frachtbereich

Altenburg. Die FDP im Altenburger Land weist den CDU-Vorwurf zurück, die Partei sei der Totengräber des Flugplatzes, weil sie für einen Ausstieg der Stadt Altenburg aus der Flugplatzgesellschaft ist. „Die Christdemokraten gehen auf Bauernfang“, meint FDP-Kreisvorsitzender Daniel Scheidel in einer Pressemitteilung. „Die wahren Totengräber des Flughafens sind sie leider selbst.“

Der Liberale verweist darauf, dass es die CDU ist, die seit vielen Jahren in Erfurt regiert – bis Oktober allein und seither federführend in Koalition mit der SPD. Scheidel kritisiert in diesem Zusammenhang die Altenburger CDU-Abgeordneten, die es aus seiner Sicht über Jahre nicht verstanden hätten, die richtigen Signale nach Erfurt zu senden. Es bleibe zudem ein Geheimnis der CDU, weshalb Überweisungen an Ryanair für die Arbeitsplätze in der Region nützlicher sein sollen als Bauinvestitionen am Flugplatz – um nichts anderes sei es bei der „Umwidmung“ auf der jüngsten Kreistagssitzung Anfang Dezember gegangen.

Für den FDP-Fraktionschef im Kreistag, Karsten Schalla, steht fest: „Hier soll von der eigenen Verantwortung abgelenkt werden.“ Auch die SPD habe nicht viel mehr als Ahnungslosigkeit zu bieten, meint er. „Was bitte schön soll ein Industrieflughafen sein? Ein Flughafen transportiert entweder Passagiere oder Fracht. Im Frachtbereich bieten sich angesichts des benachbarten DHL-Drehkreuzes in Leipzig für Altenburg-Nobitz kaum ernsthafte Chancen. Aber vielleicht brechen ja die Herren Wolf und Rydzewski demnächst nach Hamburg auf, um die Airbusfertigung von dort nach Nobitz abzuwerben“, sagt Schalla.

„Wenn Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht jetzt nicht erkennt, welche Chancen ihre Regierung hier verspielt, ist Thüringen nicht zu helfen“, fügt Daniel Scheidel hinzu. Es regiere im Freistaat eine Koalition, die Millionen in Erfurt versenke „und in Altenburg-Nobitz eine totale Bruchlandung macht“.