10.12.2009 | OTZ

Grosse Enttäuschung in allen Kreistagsfraktionen

Land hält sich raus aus Flugplatz-Geschicken

Altenburg/Erfurt. Um den Flugplatz in Nobitz muss weiter gebangt werden. Denn das Land Thüringen will sich – entgegen seiner Versprechungen vor der Landtagswahl – künftig kaum für den Erhalt des Leipzig-Altenburg Airports engagieren.

Dies ist das Ergebnis des gestrigen Gespräches mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sowie mit Verkehrsminister Christian Carius (CDU) in Erfurt.

Das Land will zwar die Fluglotsendienste 2009 und 2010 zahlen – das aber nur unter Vorbehalt der Haushaltssituation. Außerdem lässt es eine Studie erarbeiten, die die Perspektiven des Flugplatzes untersucht. Darüberhinaus gibt es lediglich Geld für sicherheitsrelevante Baumaßnahmen. Und: Der Freistaat lehnt es kategorisch ab, sich als Mitgesellschafter oder indirekt über die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) am Airport zu beteiligen.

Die Enttäuschung darüber könnte größer nicht sein unter den Fraktionen des Kreistages Altenburger Land. Um den Flugbetrieb vor den Toren Altenburgs am Laufen zu halten, hatte das Gremium vor gut einer Woche zugestimmt, 670000 Euro im Kreisetat 2010 für den Airport zu reservieren. Verknüpft war dies mit der Hoffnung, die Landesregierung zu bewegen, ihren Kabinettsbeschluss aus Zeiten vor der Wahl jetzt umzusetzen. Es ist enttäuschend, so CDU-Fraktionschef Jürgen Ronneburger gestern auf OTZ-Anfrage.

Ich hätte mehr Entgegenkommen erwartet, zumal uns vor der Wahl anderes versprochen worden ist. Sein FDP-Kollege Karsten Schalla sieht sich indes bestätigt: Ich habe nichts anderes erwartet. Für mich gibt es nur zwei Wege, den Flugplatz zu halten: entweder das Land oder ein privater Investor engagiert sich. Das Land sei abgesprungen, nach privaten Investoren suche der Landkreis seit fünf Jahren – vergeblich.

Ähnlich finster sieht Michaele Sojka (Die Linke) in die Nobitzer Airport-Zukunft: Ich bin ernüchtert. Offenbar soll unser Flugplatz abgewickelt werden als Bedingung dafür, dass auch der Erfurter Flughafen dicht macht. Nobitz soll das Bauernopfer sein. Enttäuschung auch bei den Regionalen: Ich kann nur hoffen, dass sich alle Landtagsabgeordneten aus unserem Landkreis in Erfurt einbringen, um die Flugplatzzukunft zu sichern.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf, für die SPD im Kreistag, hält sich weiter bedeckt: Ich leiste mir jetzt den Luxus, erst einmal gar nichts dazu zu sagen.

Jana Borath