05.02.2010 | TV Altenburg

FDP: Machnig ohne eigene Ideen

Thüringens FDP-Gerneralsekretär Patrick Kurth (MdB) zur Tourismuspolitik der schwarz-roten Landesregierung

In Sachen Thüringer Tourismuspolitik gab es heute ein Déjà-vu-Erlebnis. Bis in Details hinein wurden der Öffentlichkeit inhaltlich richtige Forderungen erneut präsentiert – haargenau so, wie im Jahr 2004: Eine Evaluierung müsse her (2004 wurde eine solche präsentiert), eine Dachmarke sei notwendig (wie bereits 2004 gefordert) und ein Tourismus-Konzept solle weiterentwickelt werden (ein solches präsentierte man – oh Wunder – auch 2004). Das Déjà-vu bezog sich nicht nur auf die Inhalte, sondern auch die Art und Weise (Pressekonferenz) und den Vortragenden (Wirtschaftsminister). Der einzige Unterschied zu 2004 waren Name und Partei des Wirtschaftsministers. Ansonsten nix Neues.

Die heute abgehaltene Pressekonferenz offenbarte, dass nach wie vor nichts Wesentliches in der für Thüringen so wichtigen Tourismusbranche geschehen ist. Fast sechs Jahre kaum Fortschritt und Bewegung. Statt dessen haben wir in Thüringen immer noch zersplitterte Strukturen mit vielen verschiedenen Tourismusverbänden, Tourismusvermarktungen und Tourismuskonzeptionen. Diese ringen miteinander um Attraktivität und stellen alles andere dar, als eine einheitliche Außenmarke Thüringen. Selbst die heute bekanntgegebene Idee, dass touristische Leuchttürme in Thüringen positioniert und gefördert werden müssten, ist nicht neu. Ich kann nur hoffen, dass Herrn Machnigs Plan, den Wellness- und Sportsektor in Thüringen zu fördern, nicht wieder in dutzenden Spaßbädern zu ertrinken droht.

Die Tatsache, dass die Ideen nicht neu sind, bedeutet nicht, dass sie schlecht wären. Im Gegenteil: Dringend überfällig ist die Etablierung einer gemeinsamen Außenmarke á la “Grünes Herz Deutschlands”. Notwendig ist es, aus Evaluierungen zu lernen – obgleich auch die letzte aus dem Jahr 2004 nutzbar wäre. Viel hat sich nicht geändert. Und erst Recht darf Thüringen – will es auch international erfolgreich sein – seine Leuchttürme nicht verstecken.

Traurig ist deshalb, dass das Tourismusland Thüringen so viel Zeit verschwendet hat. Bei den Präsentationen des Freistaates in den letzten Jahren auf internationalen Messen waren die Thüringer Messebesucher zumeist peinlich berührt. Die zuständigen Minister sonnten sich derweil im Glanz ihrer Mietfabriken und vergaßen das eigentliche Rückgrat: Die kleinen und mittelständischen Betriebe im Dienstleistungs- und Tourismussektor.

Ob es jetzt durch den Showmaster Machnig gelingen wird, den Reformstau in der Tourismuspolitik zu beheben, wird sich zeigen. Denn stets hat man den Eindruck, dass es bei allen Projekten Machnigs zunächst um Profilierungssucht und Persönlichkeitsbestätigung geht und nicht um die Sache. Den Anschein hat es bei der derzeit laufenden Solardebatte (bei der der Minister in Thüringen überall – an den entscheidenden Stellen in Berlin aber niemals zu sehen ist). Wir werden sehen, ob sich dies wiederholt.

Quelle: PM FDP Thüringen