09.02.2010 | OTZ

Ostthüringen soll mehr zusammenrücken

Röhlinger fordert bessere Zugverbindungen

Von Angelika Munteanu

Gera (OTZ). Ostthüringen muss künftig noch mehr zusammenrücken, sagte am Sonnabend in Gera der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Röhlinger (FDP).

Für den Jenaer, der von 1990 bis 2006 Oberbürgermeister in Geras Schwesterstadt war, sind die Beziehungen zu Gera nicht mit dem Einzug in den Bundestags vor gut 100 Tagen beendet. Im Gegenteil: Am 19. Februar will der liberale Politiker sein Geraer Wahlkreisbüro in der FDP-Kreisgeschäftsstelle in der Rudolf-Diener-Straße eröffnen. Er wolle den Kontakt zu den Bürgern über Generationen hinweg suchen, sagt Röhlinger, der gestern seinen 71. Geburtstag feierte und für den mit der Bundespolitik ein völlig neuer Lebensabschnitt begonnen habe.

Doch es gebe sehr wichtige Dinge, wo das Parteibuch eine untergeordnete Rolle spielt. Aktueller Schwerpunkt für den Jenaer, der sonst ein Mann der Wissenschaft ist, ist die Bahnanbindung von Ostthüringen. Die Mitte-Deutschland-Verbindung ist mit einer hohen Frequenz zu besetzen, fordert Röhlinger für den Zugverkehr zwischen Gera und Erfurt über Jena. Mit der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU in Thüringen gebe es Entscheidungen zu den Schienenverbindungen. “Unsere Aufgabe ist es, das durchzusetzen. Das geht nur gemeinsam mit Bund, Land und Kommunen.” In Jena sei das Thema auf der Tagesordnung. In anderen Teilen Ostthüringens müsse wieder mehr Druck aufgebaut werden. “Ich gehe davon aus, dass die Oberbürgermeister und Landräte unabhängig vom Parteibuch einen gemeinsamen Faden spinnen werden”, erwartet Röhlinger. Aber das allein reiche nicht aus, die Wirtschaft müsse mit ins Boot. Denn wenn ab 2016 die ICE-Anbindung München-Berlin über Saalfeld und Jena zugunsten der Strecke über Erfurt wegfalle, dann treffe das ganz Ostthüringen und auch Gera. Um Wirtschaft und Wissenschaft in der Region zu bündeln und zu entwickeln, brauche es gute Leute. Die kommen aber nur, wenn die Verkehrsanbindung gut ist.

Röhlinger hat fürs Erste lieber den Spatz in der Hand mit einem schnellen ICE-Zubringer aus Ostthüringen nach Erfurt. Ob es einen Ersatz geben könnte für den ICE entlang der Saale, sei ungewiss. “Der Bund ist sehr vorsichtig”, hat Röhlinger erfahren. Er habe im Herbst in Berlin Gespräche zu diesem Thema begonnen, aber bis heute nichts Schriftliches in der Hand. “Das ist kein gutes Zeichen.”