10.03.2010 | OTZ

Empört über Äußerungen zum Wassersparen

Detlef Zschiegner kontra ASA-Chef

Altenburg (OTZ/ulg). Der FDP-Ortsvorsitzende und Stadtrat Detlef Zschiegner ist empört über die jüngsten Äußerungen des Chefs der Altenburger städtischen Abwasserentsorgung (ASA), Martin Wenzel. “Das sinnlose Wassersparen sein zu lassen”, hatte er in der örtlichen Presse geäußert. “Nicht nur mir als Liberalen muss eine solche Aufforderung die Zornesröte ins Gesicht treiben, sondern auch jedem sparsamen Bürger und ökologisch denkenden Menschen”, sagt Zschiegner.

“Wenn der Altenburger Bürger 30 Prozent mehr Wasser verbraucht und dafür von der ASA großzügig 10 Prozent im Preis nachgelassen bekommt, zahlt er immer noch mehr als bisher”, bringt Zschiegner die von ihm so empfundene “Milchmädchenrechnung” von Wenzel auf den Punkt. Er fordert die ASA statt dessen auf, noch einmal schnell und gründlich über ihre Kostenstruktur und ihr Preisgefüge nachzudenken. “Die Altenburger Wasserpreise sind für unsere kaufkraftschwache Gegend entschieden zu hoch. Außerdem sind sie, wie bereits im Stadtrat von mir ausgeführt, von der Preisbildung her gesehen unsozial und ungerecht. Wie sonst könnte es sein, dass es für gleichen Verbrauch abhängig von der Größe eines Wohnhauses Preisunterschiede von bis zu 37 Prozent gibt?” Darüber hinaus sei der Aufruf von Wenzel, den Hahn aufzudrehen und Wasser zu verschwenden, auch gegenüber den nachkommenden Generationen und im Hinblick auf eine weltweite Trinkwasserknappheit ökologisch unverantwortlich, argumentiert der Liberale.

Bei einer Beispielrechnung, bei der jährlich 30 Kubikmeter Wasser pro Person und Haus zugrunde gelegt werden, zahlten drei Personen in einem Haus bisher 202,56 Euro, neu 224,02 Euro. Das sind 10,59 Prozent mehr. Wohnen acht Personen im Haus, ergibt sich folgende Rechnung: Hier zahlt jeder der acht Personen alt 165,71 Euro, neu 176,70 Euro. Das sind 6,63 Prozent mehr. Wohnen gar 15 Personen darin, entwickelt sich die preisliche Veränderung so: Von 161,52 Euro steigen die Kosten auf 163,45 Euro. “Warum soll ein Mieter in einem kleinen Haus mit drei Personen pro Kopf für Wasser und Abwasser 37,06 Prozent mehr bezahlen, als der Mieter der zufällig in einem größeren Haus mit 15 Personen wohnt”, fragt der liberale Stadtrat. Pro Kopf im Haus mit drei Personen seien dies 44,87 Prozent mehr als bei 15 Personen, verweist er auf die 1. Beschlussvorlage des Stadtrates. Bereits beim alten Preis haben in einem kleinem Haus mit drei Personen die Mieter 30,49 Prozent mehr als in einem Haus mit 15 Personen bei gleichem Wasserverbrauch zu zahlen. Das sei ein Unding, beklagt Zschiegner.

Bei der Abwasser-Schmutzlast würden dagegen drei leistungsstarke Betriebe mit jener jüngsten Satzungsänderung um 160 000 Euro im Jahr entlastet, erklärt der FDP Stadtrat. Dabei habe er nichts gegen eine Entlastung der Wirtschaft. Sie müsse aber sinnvoll und nicht zu Lasten der Bürger sein, so Zschiegner. Mit den jüngsten Beschlüssen im Altenburger Stadtrat zur Wasser- und Abwaserproblematik tragen nun die kleinen Verbraucher diese Last. Nach Ansicht des FDP-Stadtrates müsste man das Verursacherprinzip wieder beachten. Sein Vorschlag: Die Grundgebühr nicht nach Anschluss, sondern pro Kopf, wie bei den Müllgebühren zu berechnen.