20.03.2010 | OVZ

FDP-Kritik: Landrat beherrscht Regeln der Diplomatie nicht

Altenburg. Die FDP hat Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) wegen seiner Äußerungen im Vorfeld des Besuches von Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) in Altenburg kritisiert. “Diplomatie ist des Landrats Sache nicht”, meinte FDP-Kreischef vor dem Hintergrund der jüngsten Attacken.

“Um von seinem eigenen Versagen in Sachen Flughafen abzulenken, greift er Machnig jetzt mit zum Teil falschen und völlig übertriebenen Argumenten in unsachlicher Schärfe an.” Der Liberale belegt seine Kritik mit Beispielen aus der aktuellen Diskussion: Selbstverständlich übe Ryanair Druck auf die Politik aus. Oft genug habe es in der Vergangenheit zu diesem Thema heftige Diskussionen im Kreistag gegeben. Auch Rydzewskis Behauptung, der Freistaat trage bisher nichts zur Finanzierung des Flughafens bei, “ist wissentlich falsch und im Vorfeld des Machnig-Besuchs in Altenburg nur wenig konstruktiv!”

Den Grund für die “wilden Rundumschläge” des Landrates sieht die FDP in dessen Planlosigkeit. Das Low-Cost-Fluggeschäft bestehe nicht nur aus Ryanair. Wann sei beispielsweise mit Easyjet, Airberlin oder anderen Low-Cost-Airlines verhandelt worden? “Für mich und meine Parteifreunde stellt sich die Frage, warum nicht wir die internationalen Flugziele, von denen wir uns Touristen für das Altenburger Land erhoffen, definieren und entsprechende Flugverbindungen ausschreiben?”.

Die Liberalen verweisen außerdem auf ihre alte Forderung, parallel zum erwünschten Einstieg des Freistaats auch auf die Suche nach einem Privatinvestor zu gehen. “Selbst jetzt, wo die Felle wegzuschwimmen beginnen, hat Rydzewski Zeit, zu einer Schuleinweihung nach Kenia zu fliegen, statt sich mit Hochdruck der Teilprivatisierung des Flugplatzes zu widmen.”

Wenn sich Rdydzewski weiterhin so bockig benehme, sehe er schwarz für den Flughafen, so Daniel Scheidel.