03.04.2010 | OVZ

FDP-Forderung

Land muss sich am Flughafen beteiligen

Altenburg. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat sich scharfe Kritik der FDP eingehandelt. Unter Bezug auf das OVZ-Interview vom Dienstag erklärte FDP-Kreisvorsitzender Daniel Scheidel: “Für uns steht fest, dass der Flughafen Altenburg-Nobitz mit diesem Wirtschaftsminister keinen Blumentopf gewinnen kann.”

Eine positive Entwicklung des Flughafens und damit der Region sei bei einer Beteiligung des Freistaats durchaus möglich, so Scheidel in einer Presseerklärung. Das Beispiel des Flughafens Frankfurt-Hahn zeige deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung einem Regionalflughafen in einer strukturschwachen Region zukommen könne. “Wir mahnen die Landesregierung, und insbesondere den SPD-Wirtschaftsminister, deshalb noch einmal dringend an, sich an ihre Wahlkampfaussagen aus dem Jahr 2009 zu erinnern und endlich zu handeln. Weder der Landkreis noch die Stadt Altenburg sind in der Lage, den Flughafen alleine zu stemmen. Hier geht es um ein Infrastrukturprojekt von überregionaler Bedeutung, und deshalb muss sich zumindest das Land Thüringen nun endlich am Flughafen engagieren”, forderte Scheidel.

Wie das Beispiel Opel zeige, helfe die Landesregierung auf der einen Seite einem internationalen Konzern, der seine Hausaufgaben nicht machte, zur Freude seiner Aktionäre mit öffentlichen Geldern. Auf der anderen Seite verweigere man dem wohl wichtigsten Infrastrukturprojekt im gesamten Freistaat die notwendige Unterstützung.

Für ein tragfähiges Konzept für den Flughafen müsste die Landesregierung als Mehrheitsgesellschafter einsteigen und aktive Unterstützung beim Ausbau des Streckennetzes nicht nur mit Ryanair, sondern auch anderen Fluggesellschaften geben. Mit jedem Passagier mehr, der von oder nach Altenburg-Nobitz fliege, steige der Bedarf an Infrastruktur im Umfeld des Flughafens. Scheidel: “Natürlich können wir nicht erwarten, dass jeder Tourist sein Urlaubsgeld ausschließlich im Altenburger Land ausgibt. Aber in Mitteldeutschland. Immerhin haben wir im Umkreis von rund 100 Kilometern mehr an Kultur und Landschaft zu bieten als die meisten anderen Regionen in Europa. Genau das muss vermarktet werden, und genau da schließt sich der Kreis: so etwas kann nur mit Landesmitteln gestemmt werden.”