10.06.2010 | TV Altenburg

Kommentar zur Theaterfinanzierung

Auch wenn die Diskussion bei den Betroffenen und Besuchern anders angekommen sein dürfte. Eines jedoch hat die letzte Kreistagssitzung gezeigt: So gut wie alle Kreistagsmitglieder stehen zum Theater. Auch sollten sich die Betroffenen vom politischen Geplänkel nicht täuschen lassen. Die Befürworter der Erhöhung des Theaterbudgets, hatten tatsächlich nicht den Mut, den Anteil des Landkreises an der Kostenerhöhung von 236.855 Euro per Beschluss zu fordern. Auch dort ist man sich bewußt, dass bei der absehbaren Haushsaltsentwicklung unklar sein dürfte, wo bis 2017 die jährlichen 1,7 Millionen Euro überhaupt herkommen sollen.

Die Gegner des Beschlusses hoffen auf das Land Thüringen, dessen Kassen immer leerer werden, und die in den letzten Jahren auch beim Theater eher gekürzt als erhöht haben. Mit einem Milliardensparpaket des Bundes im Rücken, der jährlichen Senkung der Zuschüsse aus dem Solidarpakt und den bestehden Verbindlichkeiten des Freistaates, ist auch dem politisch Uneingeweihten klar, wie hier die finanzielle Zukunft aussehen wird.

Gefragt ist daher ein Konzept, welches beide Theaterstandorte als gut gefüllte Publikumsmagnete erhält. Gefragt ist damit auch ein Konzept einer Theater GmbH, die mit einem Budget von 16 Millionen Euro gutes Theater mit lokaler Verwurzelung bietet. Wie dies geht, kann man sich bei unseren Nachbarn in Annaberg oder Rudolstadt ansehen. Insofern macht die Forderung der Linken nach einer inhaltlichen Arbeitsgruppe durchaus Sinn. Denn, will man letztlich auch über das Jahr 2017 hinaus die Theaterstandorte erhalten, dann sollte man schon jetzt an einem Konzept arbeiten, bei dem vermutlich weniger als 16 Millionen im Topf sein werden. Das ist leider bittere Realität.

Zitate aus der Debatte im Kreistag

„Warum dieser vorauseilende Gehorsam?“
Sabine Fache (Die Linke)

„Natürlich sind wir dem Publikum verpflichtet, aber vor allem sind wir der Kunst verpflichtet!“
Prof. Matthias Oldag

„Das Theater muss Stücke spielen, die das Volk sehen will.“
Klaus-Peter Liefländer (Die Regionalen)

„Professor Oldag, wir stehen zu unserem Theater. Liefern Sie uns ein Konzept für die Zukunft!“
Uwe Melzer (CDU)

„Wir stehen alle zu unserem Theater.“
Dirk Schwerd (SPD)

„Die Frage ist doch, ist das Glas halb voll oder halb leer. Für uns ist das Glas halb voll.“
Daniel Scheidel (FDP)

Quelle: tv.altenburg/Mike Langer