30.07.2010 | OVZ

Zum Ehrenbürgermeister von Göllnitz ernannt

Göllnitz (B.K.). Eine besondere Ehrung wurde dem ehrenamtlichem FDP-Bürgermeister von Göllnitz, Hans-Jürgen Heitsch, zuteil. Der Gemeinderat ernannte den 65-Jährigen zum Ehrenbürgermeister der Gemeinde und pflanzte eine Linde. Heitsch ist seit 34 Jahren Bürgermeister von Göllnitz. Bei der jüngsten Bürgermeisterwahlen erhielt er 100 Prozent der Wählerstimmen

Besondere Würdigung

Göllnitzer ernennen Hans-Jürgen Heitsch zum Ehrenbürgermeister

Göllnitz (B.K.). 34 Jahre im Amt und noch kein bisschen weise, so könnte man im Falle des Göllnitzer Bürgermeisters Hans-Jürgen Heitsch (FDP) sagen. Klug wäre es vielleicht, mit 65 Lebensjahren diesem stressigen Amt ade zu sagen, zumal es ehrenamtlich ausgeübt wird. Doch dass er sich so gänzlich zur Ruhe setzt, das traut ihm in Göllnitz und den Ortsteilen Kertschütz, Schwanditz und Zschöpperitz niemand zu. Nun hat ihn der Gemeinderat sogar zum Ehrenbürgermeister ernannt.
Zur Wahl kandidierte Hans-Jürgen Heitsch erneut, und er kam auf sagenhafte 100 Prozent der Stimmen, bei nur einer ungültigen.

Den Posten wird er offenbar überhaupt nie wieder los, denn nachdem Hans-Jürgen Heitsch am Dienstag seinen Amtseid abgelegt hatte, ernannte ihn der Gemeinderat prompt auch noch zum Ehrenbürgermeister. Urkunde, Blumen, Händeschütteln folgten. Auf dem Dorfplatz wurde sogar eine “Bürgermeister-Linde” gepflanzt.

Der 65-Jährige zeigte sich sichtlich gerührt, aber auch dankbar für das überwältigende Votum seiner Wähler, die in Scharen ins Bürgerhaus geströmt waren.

Aufmerksam verfolgten sie die von Gemeinderätin Steffi Fieder (parteilos) moderierte Präsentation des dörflichen Gedeihens. Das begann allerdings bereits zu DDR-Zeiten. Dies waren Zeiten, in denen in Göllnitz gewissermaßen der Hund begraben war und einige Leute über eine Eingemeindung nach Altkirchen nachdachten.

Mitte der 70er-Jahre wechselte ein Triumvirat namens Jochen Enke, Günter Schellenberg und Hans-Jürgen Heitsch monatlich den Schlüssel zum Gemeindeamt. Doch das ging nicht lange gut. Also zog fortan Hans-Jürgen Heitsch als LDPD-Bürgermeister die Fäden, und zwar ehrenamtlich, was sehr ungewöhnlich war. Er sorgte dafür, dass Straßen gebaut wurden. Göllnitz wurde zusehends beneidet, denn es konnte sich sehen lassen mit Dorfkonsum, Post, Arztstelle, Kindergarten und -krippe, Jugendklub, Kegelbahn, Sauna, Kulturhaus und Wohnungen. Etwa 50 Eigenheime wurden in seiner Amtszeit gebaut. Weitere können nach jüngstem Ratsbeschluss hinzukommen. Vieles wurde seinerzeit in unzähligen Mach-mit-Einsätzen erledigt. Kein Wunder, dass viele Anerkennungsurkunden das Gemeindebüro zierten und Hans-Jürgen Heitsch gar mit der Verdienstmedaille der DDR geehrt wurde.

Damals wie heute fallen die Erfolge nicht in den Schoß, sie wollen gelegentlich auch gegen bürokratische Widerstände errungen sein. Doch wenn noch in diesem Jahr der letzte Straßenbau in Schwanditz abgeschlossen ist, dann wird die gesamte Gemeinde auch in diesem Punkt tipptopp in Ordnung sein – auch dank ihres Bürgermeisters.

Der widersprach während des Festaktes allen, die Göllnitz als Schuldenmeister im Landkreis sehen. Seit 1991 sind gemeindliche Maßnahmen zwar auch über Kredite finanziert worden. Dabei handelt es sich um 853 000 Euro. “Trotz dieser immensen Dimensionen ist es uns gelungen, von dieser Summe 450 000 Euro zu tilgen”, sagte Heitsch. Die noch bestehenden Verbindlichkeiten entsprächen einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1073 Euro. “Wir haben das Geld doch in bleibende Werte gesteckt, gemeindliches Vermögen geschaffen”, machte er geltend. 9,1 Millionen Euro, Kredite, Eigenmittel und Fördergelder, wurden eingesetzt.

Überdies habe die Gemeinde ihre dauernde Leistungsfähigkeit nachweisen können und immer einen ausgeglichene Haushalt gehabt. In nächster Zeit wird sich der Gemeinderat verstärkt dem Dorfentwicklungsplan widmen, blickte der Bürgermeister voraus.