24.10.2008

Bogen überspannt

Mit seinen jüngsten Attacken gegen den Altenburger Prinzenraub hat Sieghardt Rydzewski endgültig den politischen Bogen überspannt. Die Reaktionen in allen Fraktionen des Kreistages sprechen eine deutliche Sprache – insbesondere die Forderung nach Abwahl, Amtsniederlegung und Rücktritt aus Reihen des einstigen Steigbügelhalters PDS/Die Linke spricht für sich. Was die Liberalen bereits seit Jahren kritisiert und angeprangert haben, die selbstherrliche und über weite Strecken undemokratische Amtsführung des Landrates, stösst jetzt auch bei den anderen Parteien auf harsche Kritik. “Spät, aber nicht zu spät,” resümiert FDP-Kreisvorsitzender Daniel Scheidel die Kritik aus den anderen Fraktionen. “Die Öffentlichkeit kocht, die Menschen in unserer Region sind maßlos enttäuscht. Rydzewski hat nichts geleistet, nun versucht er mit aller Gewalt, die Leistungen anderer zu zerstören. Der Prinzenraub lässt sich aber nicht nur an der Person Michael Wolf festmachen. Es sind unendlich viele Ehrenamtliche, die sich für die – inzwischen gut etablierten – Festspiele in Altenburg engagieren. Der Landrat prügelt in seinem Größenwahn auf sie alle ein – ihm fehlt jegliches politisches Gespür, und deshalb muss er nun endlich weg!”

Auch für den langjährigen Frontmann der Liberalen, Karsten Schalla, steht fest: “Mit dieser Aktion hat sich Rydzewski endgültig von den Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt Altenburg sowie im gesamten Landkreis verabschiedet. Er hat den Kreistag mit Füßen getreten, jetzt ist es an der Zeit, aus dem Gremium heraus einen Neuanfang zu initiieren.” Dass gerade Michaele Sojka als einstige Hauptunterstützerin dem Landrat nun auch den Rücken zuwendet und seine Abwahl fordert, ist für den gestandenen Kommunalpolitiker ein klares Aufbruchsignal. “Wenn nicht jetzt, wann dann?” fragt der Liberale und ergänzt: “So erstaunlich es politisch klingen mag – die größte Unterstützung erfährt Rydzewski zur Zeit aus den Reihen einer völlig desolaten CDU. Ich hoffe aber dennoch, dass sich eine breite Mehrheit für einen Abwahlantrag findet. Das wäre ein zum einen ein später Erfolg für die FDP, vor allem aber ein lange überfälliger Befreiungsschlag für den Landkreis.”

Auch die Liberalen rufen deshalb die Kreistagsfraktionen dazu auf, sich umgehend und unvoreingenommen an einen Tisch zu setzen, um die Einleitung eines Abwahlverfahrens vorzubereiten. “Wenn er nicht den Mumm hat, nun endlich von alleine zu gehen, dann muss er gegangen werden,” bringt es FDP-Chef Daniel Scheidel abschließend auf den Punkt.