02.10.2010 | OVZ

FDP: Carius als Minister nicht haltbar

Liberale vermissen faire Bewertung der Chancen des Nobitzer Regionalflugplatzes

Altenburg. Die Liberalen im Altenburger Land fordern den Rücktritt von Thüringer Verkehrsminister Christian Carius (CDU). “Wer sich wie Carius von einem Ministerkollegen vors Rohr schieben lässt, um Hiobsbotschaften zur Entwicklung der Leipzig-Altenburg-Airports zu verkünden, ist nicht geeignet, ein Ministerium zu führen”, heißt es in einer von FDP-Kreischef Steffen Plaul herausgegebenen Presseerklärung.

“Die Art und Weise, wie Carius versucht hat, den Flughafen als Millionengrab zu präsentieren, ist schlicht und einfach verlogen”. Wenn es in Thüringen einen Flughafen gebe, wo Unsummen an Fördermitteln versenkt wurden, ist es der Flughafen in Erfurt. Wer bereit sei, bis März 2012 die hochdefizitäre Linie Erfurt-München mit jährlich 2,2 Millionen Euro zu subventionieren, sich aber nicht in der Lage sehe, für ein Zehntel des Geldes die Flugsicherung in Altenburg-Nobitz mit zu tragen, führe die Öffentlichkeit an der Nase herum, heißt es. “Es wird höchste Zeit, dass man in Erfurt die rosarote Brille absetzt und endlich zu einer ehrlichen und fairen Bewertung kommt”.

Auch die Aussage des Ministers, die Zukunft des Flughafens liege in der Gewerbeansiedlung im angrenzenden Industriegebiet, sei irreführend, denn Eigentümer dieser Flächen sei die Landesentwicklungsgesellschaft. Es könne aber nicht sein, dass die Flughafengesellschaft die Aufgaben von hoch bezahlten LEG-Managern übernehmen solle. Dass sich Erfurt bei der Ansiedlung von Unternehmen am Flughafen nicht mit Ruhm bekleckert habe, belege das Beispiel des von der LEG vermasselten Ausbildungszentrums für Lufthansa-Piloten.

Besonders verbittert sind die Liberalen über die Konsequenzen, die sich aus dem Wegfall der Unterstützung für die Flugsicherheit ergeben können. Wenn der Flughafen seinen Luftraum D verliert, bedeute dies das Aus für Linien- und Charterverkehr.