22.02.2006

Landrat hat kein Interesse an Diskussion mit Leipzigs Flughafen-Chef

PDS stellt Antrag gegen Altenburger Flughafen im sächsischen Landtag

Peinlich, Peinlich

Gleich doppelt peinlich, oder sollte man besser sagen “entlarvend”, war für SPD-Landrat Rydzewski und seine PDS-Vertrauten die gestrige Veranstaltung des Wirtschaftsvereins mit dem Chef des Leipziger Flughafens, Eric Malitzke.

Während die Mitglieder des Wirtschaftsvereins mit dem Gast über das Verhältnis und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der beiden Flughäfen in Schkeuditz und Nobitz diskutierten, glänzten der Landrat und seine beiden Flughafengeschäftsführer – einer von ihnen in Personalunion Wirtschaftsförderer im Landkreis – durch Abwesenheit. Zu gross war wohl die Angst, sich der Diskussion mit dem anerkannten und kompetenten Branchenprofi zu stellen.

Eine Klatsche holte sich die PDS ab, die von FDP-Chef Karsten Schalla öffentlich mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass ihre sächsischen Parteifreunde im Dresdener Landtag einen Antrag gegen den Flughafen Altenburg-Nobitz gestellt haben. Von der Altenburger PDS-Frontfrau und stellvertretenden Landtagspräsidentin Dr. Birgit Klaubert sollte man wohl erwarten können, dass ihre Kontake und ihr Einfluss so weit reichen, derartige Eskapaden durch eine inhaltlich fundierte Argumentation zu unterbinden. Aber scheinbar schwätzt die PDS immer gerade so, wie es das Volk vor Ort hören will.

Handzahm die Vertreter der CDU, die sich in Erfurt auch noch nicht mit Ruhm im Kampf um den Erhalt und Ausbau des Flughafens in Nobitz bekleckert haben. Wer weiß, vielleicht hat ja der Kandidat der Christdemokraten für das Amt des Landrates hier oder in Erfurt noch alte Verbindungen, über die im Hintergrund etwas bewegt werden soll.

Erfrischend in der Diskussion insbesondere der moderierende Sprecher des Wirtschaftsvereins, Günther Lichtenstein sowie der FDP-Landratskandidat, Daniel Scheidel. Auch wenn Leipzigs Flughafen-Chef offen zugab, dass ihm die Altenburger Konkurrenz ein Dorn im Auge sei, signalisierte er doch seine Bereitschaft, im Zuge der DHL-Ansiedlung auch Altenburg als Standort für nachfolgende Unternehmen präsentieren zu wollen.