05.04.2006

FDP-Kandidat Scheidel bleibt dabei

Rydzewski und Wagner bremsen die wirtschaftliche Entwicklung im Altenburger Land aus

“Auch wenn der Kreisausschuss der Sparkasse hinter verschlossenen Türen einen Persilschein ausstellt”, so Daniel Scheidel gegenüber der Presse, “ich bleibe dabei: In Punkto Unternehmensfinanzierungen erfüllt die Sparkasse Altenburger Land nicht die an sie gestellten Aufgaben als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut.”

Der liberale Landratskandidat wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf, in wie weit der Kreisausschuss überhaupt in der Lage sei, ohne detaillierte Kenntnis der Materie Feststellungsbeschlüsse zu treffen. “Keines der Kreisausschussmitglieder ist gelernter Banker”, ärgert sich Scheidel, “gleichwohl wirft man mir als gelerntem Bankkaufmann und studiertem Diplom-Volkswirt vor, ich wisse nicht, wovon ich rede. Das ist schon ein starkes Stück.”

Daniel Scheidel hat 1981 als IHK-Jahrgangsbester seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Friedberg abgeschlossen und im Anschluss Volkswirtschaft an der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt studiert. Mit dem Diplom in der Tasche hat er fünf Jahre im Auslands- und Kreditgeschäft bei der Commerzbank AG gearbeitet, unter anderem in Siegen, Freiburg, Frankfurt und zuletzt in Madrid. “Danach habe ich fünf Jahre als Geschäftsführer die Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer in Lima geleitet und weiter vier Jahre die Deutsch-Argentinische Industrie- und Handelskammer in Buenos Aires. Wenn jetzt gelernte Tankwarte, Lehrer, Maschinenbauer die absolut berechtigte Kritik der Liberalen qua Mehrheit abbügeln, zeugt das weder von besonderem Sachverstand noch von gutem Demokratieverständnis.”

Bei der Erneuerung seiner Kritik greift Scheidel auf die in der Pressekonferenz am Montag genannten Zahlen zurück: “Wenn Sparkassen-Chef Wagner erklärt, die Sparkasse Altenburger Land habe 2005 ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro begleitet, dann entspricht das bei einer Bilanzsumme von 1 Milliarde Euro gerade einmal 10%. Diese Zahl liegt sogar noch weit unter den von uns kritisierten 23%. Wenn der selbsternannte Chef-Wirtschaftsförderer im Landkreis, Sieghardt Rydzewski, dann davon spricht, dass die Investitionsneigung im Landkreis abnimmt, irrt er sich oder verdreht wissentlich die Tatsachen.” Nach Scheidels Erfahrungen hat es sich bei den Unternehmern herumgesprochen, dass mit der Sparkasse im Altenburger Land kein Blumentopf zu gewinnen ist. “Von daher gehen viele Unternehmer von vorn herein gar nicht mehr zur Sparkasse sondern direkt zu anderen Banken.”

Der liberale Landratskandidat weist in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass sich seine Kritik nicht gegen die Mitarbeiter der Sparkasse Altenburger Land richtet, sondern explizit gegen den Verwaltungsrats-Chef Sieghardt Rydzewski und den Vorstandsvorsitzenden Thomas Wagner. “Sie bestimmen die Richtlinien und sie sind deshalb für die Negativ-Schlagzeilen verantwortlich. Die Mitarbeiter der Sparkasse ebenso wie die Mitarbeiter im Landratsamt machen ihren Job so gut es Führung und Führungsstil ihrer beiden Chefs zulassen. Sie sind ausdrücklich nicht Gegenstand meiner Kritik!”