12.11.2010 | TV Altenburg

Altenburger Land demonstriert in Erfurt

Mehrere Hundert fordern Gleichbehandlung

Mehrere hundert Demonstranten aus dem Altenburger Land fanden sich heute vor dem Thüringer Landtag in Erfurt ein und forderten nicht nur eine Förderung des Leipzig-Altenburg Airport, sondern vor allem auch eine Gleichbehandlung ihres Landkreises mit anderen Regionen des Freistaates. Unter den demonstrierenden auch zahlreiche Landes- und lokale Politiker, wie OB Michael Wolf (SPD), Dr. Brigit Klaubert (Die Linke), Frank Tempel (Die Linke), Dirk Schwerd (SPD), Christian Gumprecht (CDU) oder Landrat Sieghardt Rydzewski. Wohl selten hat sich das Altenburger Land in letzter Zeit so einheitlich präsentiert.

Von den Rednern wurde gefordert, dass es nicht reiche, eine Region mit einer Grundversorgung an Fördermitteln auszustatten. Vielmehr sei eine Vision von Nöten, welche zukünftig den Standort Altenburger Land an dem teilhaben lässt, was in den benachbarten Landkreisen in Sachsen erfolgreich funktioniere.

Auch Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) sprach zu den Demonstranten und verweist darauf, dass er auch weiterhin den Airport mit 250.000 Euro im Jahr unterstützen werde. Dabei handelt es sich um den Zuschuss des Landes zu den Kosten der Fluglotsen. Mehr könne er allerdings nicht beisteuern, da die finanzielle Lage des Landes es nicht erlaube „Touristen zu finanzieren“.

Altenburgs Tourismuschefin Christine Büring verwies darauf, dass der Leipzig-Altenburg Airport nicht nur eine Platz sei, der Geld koste. Vielmehr stecke für ganz Thüringen eine ungeheure Chance in kurzen europäischen Verbindungen, wie sie Ryanair derzeit am Standort Altenburg anbiete. Thüringen biete so viele Schätze, doch bis heute fehle der internationale Tourismus. Gemeinsam mit dem Land könne man in Altenburg auch für Thüringen noch mehr bewegen.

Tatsächlich lohnt sich das Geschäft mit Ryanair derzeit hauptsächlich volkswirtschaftlich. Von einem in die Fluglinien investierten Euro kommen sieben Euro nach Deutschland zurück. Zu wenig bliebe davon in Thüringen hängen, meint die derzeitige Landesregierung. Zu wenig tue das Land dafür, dass dieses Geld nicht nur nach Sachsen und Sachen-Anhalt abfließt, meinen Bürgerinitiative und auch zahlreiche Luftfahrtexperten.

Auch der FDP-Abgeordnete Heinz Untermann und der Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow sprachen zu den Altenburgern. Auch aus Thüringer Sicht sei ihnen der Flugplatz wichtig. Mit mehreren Runden Tischen (der nächste am 17. November in Garbisdorf) wollen nun Bürgerinitiative, Gesellschafter, Verkehrsministerium und Wirtschaftsministerium offen über die Zukunft des Flugplatzes reden.