04.08.2010 | ABG-Info

FDP fordert Versachlichung der Debatte zum Thema “Kampfhunde”

Bergner: “Gesetzesentwurf des Innenministers ist nicht zielführend.”

“Selbstverständlich muss sich Politik Gedanken machen, wie die Bevölkerung effektiver vor Angriffen gefährlicher Tiere geschützt werden kann”, erklärte heute der innenpolitische Sprecher der FDP–Landtagsfraktion Dirk Bergner. Doch dürfe das Kind nicht aktionistisch mit dem Bade ausgeschüttet werden. Aus Sicht der Liberalen sei der Gesetzentwurf des Innenministers nicht geeignet, das Thema an der Wurzel zu packen. “Das zeigt auch der jüngste Vorfall in Suhl, bei dem eine 61-jährige Frau von einem Schäferhund gebissen wurde”, so Bergner weiter.

Der Gesetzesentwurf des Innenministers “Zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Tieren” enthält eine offene Rassenliste in der Hunderassen aufgezählt werden, bei denen die Gefährlichkeit “unwiderlegbar” unterstellt wird. Der Schäferhund wird in dieser Rassenliste nicht geführt. Der Angriff auf die Frau in Suhl hätte auch nicht durch den Gesetzesentwurf verhindert werden können, unterstreicht der FDP–Innenexperte. “Anstatt vermeintlich einfache Lösungen vorzugaukeln, ist jetzt umfassende inhaltliche Arbeit gefragt, die Menschen und Tieren wirklich dient.”

Es sei wenig hilfreich, bestimmte Tierarten zu verteufeln. “Wichtiger ist es, den Faktor Mensch bei der Debatte nicht zu vergessen. So wie es einerseits um den Schutz von Menschen geht, sind es Menschen, die als Halter Verantwortung tragen.” Dieser Ansatz dürfe nicht unterschlagen werden, so der Liberale abschließend.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:
Jens Panse, Pressesprecher FDP-Fraktion im Thüringer Landtag

Antworten zu "FDP fordert Versachlichung der Debatte zum Thema "Kampfhunde""

Stefanie | 08.08.2010

ENDLICH!! mal jemand, der es einsieht.

Ich kann auch nicht sagen, dass das Kind eines verurteilten Mörders potenziell dazu neigt jemanden umzubringen, nur weil es die gleichen Gene besitzt….

Die Armen Hunde können ja wohl am wenigsten dafür, was aus ihnen gemacht wird. Daran trägt ja bekanntlich der “Mensch”, der diesen Hund ausbildet die Schuld.

Sollte es wirklich soweit kommen, dass das ganze Thema nochmal überdacht und überarbeitet wird, ein Grund mehr die FDP zu unterstützen!!!!

Heike | 06.08.2010

Sollte endlich mal jemand den Mut haben, die richtige Richtung einzuschlagen und den “Mensch” als Ursprung bei dieser Diskussion betrachten? Das wäre für mich schon ein Grund, dies bei meinen Wahlen zu berücksichtigen.

Auch ich fühle mich in diesem ach so freien Deutschland keineswegs frei, denn man will mir vorschreiben, welchen Hund ich nicht zu halten habe, und das als unbescholtene Bürgerin.

Harald | 04.08.2010

Mich stört eigentlich das Wort “Unwiederlegbar”.

Man kann keinen Hund als unwiederlegbar gefährlich einstufen. Unwiederlegbar gefährlich sind eher menschliche Wiederholungstäter, die nach der Entlassung wieder ihre schweren Taten begehen.

Es liegt Grundsätzlich nicht an einer Hunderasse, sondern immer am Halter, wie er seinen Hund erzieht und hält.

Ich hoffe sehr, dass da endlich mal einige Herren aus der Politik sich mal wirklich Gedanken machen, was sie den Menschen mit der Diskriminierung antun. Auch Halter von Listenhunde sind Wähler und zahlen für ihre Hunde genug Steuern, die dazu dienen, den Staatsäckel zu füllen.

Konstantin D. | 04.08.2010

Endlich einmal ein vernünftiger Vorschlag in die richtige Richtung. Natürlich müssen Menschen vor Gefahren bewahrt werden, aber bitte alles im Rahmen und angemessen. Besteht tatsächlich eine so große Gefahr, die von Hunden ausgeht und besonders Kampfhunde in den Vordergrund gestellt werden?

Ich denke, dass ich nicht angemesen gehandelt wird, da es in den letzten Jahrzehnten nur sehr wenige schwere Vorfälle mit Hunden gab.

Wenn Maßnahmen unbedingt sein müssen, dann welche, die etwas bringen und keine sinnlosen Rasselisten. Hierzu sollte man sich der Experten bedienen wie z.B Frau Feddersen, Herrn Bloch, Herrn Gansloser, etc. damit etwas Intelligentes dabei heraus kommt.

Ana Springfeldt | 04.08.2010

Das macht Hoffnung!

Sollten die Liberalen das “F” für Freiheit tatsächlich zu Recht führen? Für mich ein Riesenargument, liberale Politik zu unterstützen. Ich fühle mich in Deutschland, einem angeblich freien Rechtsstaat, unfrei – in meinen Rechten beschnitten und diskriminiert.

Warum? Weil ich meine Hunde liebe und auch in Zukunft Hunde dieser Rassen halten möchte. Doch der Staat will mir, als unbescholtener Bürgerin, vorschreiben, wie denn mein Hund auszusehen hat. Zumindest, wenn ich Repressalien entgehen möchte. Einem Lebewesen wird “unwiderlegbare Gefährlichkeit” von staatswegen unterstellt. So einfach ist das. Die Betonung liegt auf dem Wort “unwiderlegbar”. Wie grausam und unsinnig zu gleich ist diese Verurteilung Unschuldiger.

Weltweit haben Wissenschaftler in grossen Studien nachgewiesen, dass die 4 verfolgten Hunderassen in keiner Weise gefährlicher als die nicht verfolgten Rassen sind.

Es gibt keinen einzigen stichhaltigen Hinweis, der wissenschaftlich haltbar wäre, dass diese Hunde aggressiver sind als der Rest. Ein Blick auf die Unfallstatistiken in Relation zur Gesamtpopulation macht diese Tatsachen ganz schnell klar.

Ein sinnvolles Gesetz m u s s immer beim Halter ansetzen. Unschuldige Bürger wie ich (nicht vorbestraft, nicht kriminell gesonnen, Mitglied im Polizeihundeverein usw.) werden mitbestraft, weil die Behörden in der Vergangenheit nicht in der Lage waren, die bestehenden Gesetze durchzusetzen! Dann würden die bedauernswerten Kinder in Thüringen und Hamburg noch leben. Keine Rassenliste hätte diese sinnlosen Opfer geschützt, da die Hundehalter in HH bereits als kriminell gemeldet waren und die Halterin in Thüringen die Hunde im eigenen Haus unbeausichtigt mit Besuchern alleine liess, da würde auch ein braver deutscher Hund potenziell zur Gefahr. Dass die Hunde nicht gemeldet waren, spricht für die “Kompetenz” dieser Person und für ihre Verantwortungslosigkeit.

Dafür sollen jetzt unzählige integere und gewissenhafte Hundehalter und ihre unschuldigen Hunde leiden. Wo bleibt hier die Freiheit und Verantwortlichkeit des Einzelnen? Sollte die FDP in dieser Sache dem Recht zum Sieg verhelfen, hat sie künftig nicht nur mich als Wähler gewonnen.