01.12.2010 | TV Altenburg

Oldag weiter unter Druck

PWC hält Verlust von 3 Mio Euro für möglich

„Ich fühle mich noch immer von dem Intendanten getäuscht“ meint Sabine Fache als Mitglied der Fraktion der Linken im Altenburger Kreistag. An diesem heutigen Abend sollte es um die Kenntnisnahme des Jahresabschlusses der Theater und Philharmonie Thüringen gehen. Auch frage sie sich, warum es der Geschäftsführer der Theater GmbH nicht für notwendig halte, diese Kreistagssitzung zu besuchen.

Dem hält der FDP-Mann Karsten Schalla entgegen „Ich hätte Herrn Oldag hier nicht sprechen hören wollen, das hätte mir den Rest gegeben.“

Und so beschäftigte sich eine lange Diskussion mit dem aktuellen Stand der Finanzprobleme des Theaters, welche nach Aussagen des Landrates, noch immer nicht endgültig abzuschätzen sei. Nach einer aktuellen Berechnung der Wirtschaftsprüfer von PWC ergäbe sich bis Ende 2012 im Rahmen einer Risikoberechnung sogar ein Verlust von 2,6 bis 3,0 Millionen Euro. Selbst bei optimistischen Berechnungen könne es nicht bei den jetzigen 1,8 Millionen Euro Zuschussbedarf bleiben. Damit bleibt die Zukunft des Theaters weiter im Unklaren. Christian Gumprecht (CDU) konstatiert daher mit Blick auf Professor Matthias Oldag „Entweder wurden wir vorsätzlich oder fahrlässig getäuscht.“

Auch kommen immer mehr Details über die wirklichen Zustände in den Theatern in Altenburg und Gera ans Licht. Anstelle von z.B. geplanten Umbauten in Höhe von 75.000 Euro in der Spielstätte Altenburger Heizhaus seien ca. 300.000 Euro verbaut worden.

Karsten Schalla spricht einen weiteren Aspekt an. „Auch der Umgang mit Personal schreit zum Himmel“. Und tatsächlich liegen auch unserer Redaktion zahlreiche Briefe von Mitarbeitern des Theaters vor, welche über Monate die Zustände in dem Haus kritisierten.

So dürfte Matthias Oldag mit der Entscheidung, nicht zur heutigen Kreistagessitzung zu kommen, den durchaus leichteren Weg gegangen sein.

Letztlich wurde die Eckdaten der Jahresabschlusses im Kreistag verabschiedet, der Lagebericht des Theaters hingegen, auf Grund vieler Ungereimtheiten und Beschönigungen, abgelehnt.

Quelle: tv.altenburg