04.12.2010 | OVZ

Abwasser in Göllnitz wird vermutlich teurer

Gemeinderat berät neues Modell der Finanzierung

Göllnitz (B.K.) Die Gemeinde Göllnitz betreibt die Wasserver- und Abwasserentsorgung in eigener Regie. Bislang beträgt die Abwassergebühr 1,94 Euro je Kubikmeter. Damit kommt man nicht mehr aus. Deshalb befasste sich der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung mit einem neuen Modell. Es könnte sein, dass die Verbrauchsgebühr moderat erhöht wird; von unter einem Euro war die Rede. Aber auch eine Kostendeckung über eine höhere Grundgebühr wurde diskutiert.

Weshalb aber muss die Gemeinde ihre Abwassergebühr erhöhen? Dazu verwies Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch (FDP) auf die sich verändernden Förderrichtlinien des Landes, mit denen die Gemeinde zu kämpfen hat. Mit 1,643 Millionen Euro seien die Abwasserinvestitionen geplant gewesen, abgeschlossen wurden sie mit 1,605 Millionen Euro; man lag also 38 000 Euro unter der geplanten Summe – dies über einen Zeitraum von sechs Jahren. Wurden in der ersten Globalkalkulation noch 80 Prozent Förderung vom Land zugesagt, “da hätten wir, Einmalbeiträge eingerechnet, null Kredit gebraucht”, so Heitsch, waren es für Schwanditz nur noch knapp 70 Prozent.

Der Hintergrund: Abwasseranlagen-Investitionen werden nicht mehr über die Dorferneuerung gefördert, sondern über das Umweltministerium. “In der Dorferneuerung befanden wir uns drei Jahre lang in der Warteschleife, mit der neuen Änderung standen wir nicht mal mehr im Plan.” Es habe daher einem Wunder geglichen, dass man sich nach kurzer Zeit unvermutet wieder in der Liste befand. “So hatten wir nur ein Jahr Bauverzug”, so Heitsch. Mittlerweile seien bis auf zwei alle Grundstücke in Göllnitz und den Ortsteilen angeschlossen. Nun aber ergeben sich unterm Strich 157 800 Euro, die nicht gedeckt sind. Um das Problem zu lösen, sollen mehrere Varianten durchgerechnet werden. Die Gebühr für Trinkwasser bleibt gleich: Sie beträgt 1,45 Euro je Kubikmeter.