06.12.2010 | OTZ

Altenburger Kreistag: FDP sägt an Oldags Stuhl

Wenn heute Nachmittag der Aufsichtsrat der Theater & Philharmonie Thüringen GmbH (TPT) in Altenburg tagt, dann wird das Thema Stellenausschreibung für den Intendanten wohl Gegenstand dieser Sitzung.

Gera/Altenburg. Denn der von Karsten Schalla (FDP) auf dem Kreistag des Altenburger Landes eingebrachte Dringlichkeitsantrag zur Stellenausschreibung des Theaterintendanten zum 1. August 2011 war im nichtöffentlichen Teil des Kreistages am Mittwoch doch noch beschlossen worden.

Zunächst war Schalla im öffentlichen Teil der Sitzung mit einer Abstimmung wegen eines Formfehlers gescheitert: Die FDP hatte versäumt, den Dringlichkeitsantrag zur Aufnahme in den öffentlichen Teil vor Abstimmung der Tagesordnung einzubringen.

Hinter verschlossenen Türen der Sitzung aber sei eben dieser Antrag bereits Bestandteil der Tagesordnung gewesen, informierte Schalla. Einer Abstimmung stand also nichts mehr im Wege. Mit 17 Ja-, 15 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen – der Rest der vier Kreisräte war schon nach Hause gegangen – stimmte man der Ausschreibung der TPT-Intendanz mehrheitlich zu. Der Anstellungsvertrag von Matthias Oldag, dem gegenwärtigen Intendanten, läuft zum 31. Juli aus.

Zur Kreistagssitzung am 1. Dezember war der Jahresabschluss 2009 des Theaters öffentlich diskutiert worden. In der Beratungsvorlage dazu war deutlich geworden, dass die Gesellschafterversammlung bis zum jetzigen Zeitpunkt dem Intendanten als Geschäftsführer der GmbH für 2009 keine Entlastung erteilen konnten. FDP-Fraktionschef Schalla verwies auf Erklärungen sowohl von Aufsichtsratschef und Altenburger OB Michael Wolf (SPD), als auch Aufsichtsratsmitglied und Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos), wonach sich die Gesellschaft auch heute noch in einer Situation der drohenden Zahlungsunfähigkeit befände. Diese Situation sei in erster Linie dem Geschäftsführer der Gesellschaft anzulasten, erklärte Schalla.

Der FDP-Mann habe den Antrag auf Neuausschreibung der Intendanz gestellt, da immer klarer geworden sei, dass Aufsichtsräte an Oldag als künstlerischen Leiter auch nach Vertragsablauf festhalten möchten. Die Ausschreibung eines zweiten und damit weiteren Geschäftsführers für Organisation und Verwaltung bis spätestens 1. April 2011 habe diesen Eindruck manifestiert, so Schalla. Er forderte deshalb, für die Zeit nach Oldag ab 1. August sei “ein geeigneter Intendant zu suchen”.

Landrat Rydzewski wurde in seiner Funktion als Vertreter eines der TPT-Gesellschafter – der Landkreis ist dies neben den Städten Gera und Altenburg – vom Kreistag beauftragt, in der Gesellschafterversammlung unverzüglich ein Ausschreibungsverfahren für einen Intendanten zu erwirken. Die FDP weist die Verantwortung für die Finanzmisere des Theaters Oldag zu. “Er hat Aufsichtspflichten und steht nun öffentlich in der Kritik”, hatte Schalla erklärt. “Mit dem darf nicht über die Verlängerung des Vertrages gesprochen werden”, betonte Schalla.

Inwieweit Rydzewski im Aufsichtsrat Mehrheiten für die Ausscheibung der Intendanz erwirken kann, wird sich heute zeigen. Schließlich hat der Landkreis nur 20 Prozent der Stimmenanteile in der Theatergesellschaft.

Ulrike Grötsch