07.12.2010 | TV Altenburg

Nicht von Oldag an der Nase herumführen lassen

Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Altenburger Kreistag, Karsten Schalla, hat im Anschluss an die gestrige Aufsichtsratssitzung der TPT Theater und Philharmonie Thüringen GmbH sein Aufsichtsratsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Karsten Schalla reagiert damit auf die im Aufsichtsrat gefassten Beschlüsse: “Dem Intendanten, Herrn Professor Matthias Oldag, ist mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen worden – die von der FDP im Kreistag initiierte und anschließend beschlossene Empfehlung zur Ausschreibung eines neuen Intendanten ist mit der selben großen Mehrheit abgelehnt worden. Diesen Weg werde ich nicht mitgehen. Wenn der Aufsichtsrat, wie somit geschehen, dem Hauptverantwortlichen für die Misere am Theater sogar noch den Rücken stärkt und ihn aus der Verantwortung entlässt, sehe ich mich nicht länger in der Lage, mein Amt weiter auszufüllen. Nach meinem Verständnis verstösst der Aufsichtsrat mit den gestern getroffenen Entscheidungen gegen seine gesetzlichen Pflichten – von daher sehe ich keine andere Möglichkeit, als das Gremium mit sofortiger Wirkung zu verlassen.”

Wie der Pressesprecher der Liberalen im Altenburger Land, Torsten Grieger, gegenüber der Presse erklärt, habe man zunächst geplant, die Entscheidung im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt zu geben. Da Karsten Schalla aufgrund seiner Pflicht zur Verschwiegenheit im Moment jedoch keine weitergehenden Erklärungen zu den Hintergründen abgeben kann, haben die Liberalen hierauf verzichtet.

“Trotzdem möchte ich mir an dieser Stelle einen Hinweis erlauben”, so FDP-Pressesprecher Grieger. “Wer Karsten Schalla und sein Engagement für das Theater kennt, der weiß auch, dass mehr hinter seiner Entscheidung stecken muss, als nur der Unmut über die gestrige Abstimmungsniederlage. Aus meiner Sicht sind zumindest große Teile des Aufsichtsrates ihrer Aufgabe – gerade jetzt, in Krisenzeiten – offensichtlich nicht gewachsen und lassen sich auch weiterhin vom Intendanten an der Nase herumführen. Lassen wir uns überraschen, was in dieser Angelegenheit noch alles ans Tageslicht kommt. Ich für meinen Teil ahne nichts Gutes!”

Großen Respekt für seine Entscheidung zollen Karsten Schalla seine Parteikollegen im FDP-Kreisvorstand sowie der FDP-Ortsvorstand in Altenburg. Dazu Ortsverbands-Vorsitzender Detlef Zschiegner: “Dass sich Wolf, Klaubert und Vornehm von Oldag an der Nase herumführen lassen, ist tragisch. Dass Karsten Schalla die Reissleine zieht und sagt 'bis hier hin, aber nicht weiter' verdient unser aller Respekt. Wie schon des Öfteren in der Vergangenheit beweist er damit erneut, dass die Liberalen nicht mit den Wölfen heulen, sondern mit aller – auch persönlichen – Konsequenz gradlinige und ehrliche Politik für unsere Region machen.”

Quelle: PM