11.12.2010 | OTZ

Göllnitz für Aufnahme weiterer Gemeinden

Gemeinderat und Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch (FDP) in Göllnitz befürworten eine mögliche Aufnahme weiterer Gemeinden in die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenburger Land.

Göllnitz. Der Hintergrund: Würden die Thüringer Regierungsparteien auf dem Passus ihres Gesetzentwurfes für eine Gemeindegebietsreform beharren, wonach eine Verwaltungsgemeinschaft eine Mindestgröße von 5000 Einwohnern aufweisen muss, würde die benachbarte Verwaltungsgemeinschaft “Oberes Sprottental” ihres Existenzrechts beraubt. Sie verfügt über etwa 4400 Einwohner, während es die VG “Altenburger Land” auf 5650 Einwohner bringt. “Aber diese Zahl ist kein Grund, sich im Sessel zurückzulehnen”, warnt das Göllnitzer Gemeindeoberhaupt. “Es ist nur eine Frage der Zeit, ob es so bleibt.” In fünf bis zehn Jahren könnte es soweit kommen, dass die VG große Probleme mit der Einwohnerzahl bekommt und sich vielleicht zu einer Landgemeinde umbilden muss; einem Modell, von dem Heitsch nicht viel hält. “Aber wir alle wollen doch unsere Eigenständigkeit behalten”, wirft er als Argument in die Waagschale. Hierbei wäre anzumerken, dass dieses Motiv auch in den Gemeinden im “Oberen Sprottental” stark verbreitet ist, denn in einer Land- oder Einheitsgemeinde wäre es mit der Selbstständigkeit einzelner Gemeinden vorbei. Demnächst sollen dem Vernehmen nach die VG-Räte “Altenburger Land” darüber diskutieren, ob sie weitere Gemeinden aufnehmen würden.

Doch zurück zum Göllnitzer Gemeindeoberhaupt: Heitsch spricht sich für besagte Option aus, weil die VG “Altenburger Land” bedeutend größer würde. “Dies kann für uns alle nach jetziger Gesetzeslage nur von Vorteil sein und dies gleich für mehrere Jahre.”

Heitsch ist nicht ohne Grund für kommunale Eigenständigkeit. Seine Gemeinde hat aus eigener Kraft seit der Wende vieles erreicht: z. B. im Straßenbau, bei der Entwicklung des Gewerbegebietes, bei eigenständiger Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Dies sei nur möglich gewesen, weil die Gemeinde selbst entscheiden konnte. All dies möchte er nicht aufs Spiel setzen.

Bislang haben aus dem “Oberen Sprottental” Löbichau, Vollmershain und Wildenbörten einen möglichen Beitritt zum “Altenburger Land” gegenüber dieser Zeitung erwogen; allerdings nur für den Fall, dass die ohnehin nur mit Ausnahmegenehmigung agierende VG “Obere Sprottental” wegen ungenügender Einwohnerzahl per Gesetz abgeschafft wird. Mit Wildenbörten wäre auch die gesetzlich geforderte Geschlossenheit des größeren VG-Gebiets “Altenburger Land” gegeben. Inwieweit weitere Sprotte-Gemeinden einen Beitritt erwägen, ist noch unklar.

Bislang gehören dem “Altenburger Land” folgende Mitgliedsgemeinden an: Altkirchen, Dobitschen, Drogen, Göllnitz, Lumpzig, Mehna, Göhren, Großröda, Naundorf, Starkenberg und Tegkwitz. Letztere Drei bilden jetzt die Gemeinde Starkenberg.

Bernd Kemter