21.12.2010

Verkaufsoffener Adventssonntag

Altenburger Händler von Gumprecht ins Abseits gestellt

Im September 2010 hatte die FDP-Fraktion im Erfurter Landtag den Antrag eingebracht, zwei verkaufsoffene Adventssonntage in Thüringen zuzulassen. Die Liberalen wollten damit den Wettbewerbsnachteil gegenüber den benachbarten Bundesländern ausgleichen und dafür Sorge tragen, dass ein größerer Teil der Kaufkraft im Lande verbleibt. Besonders betroffen hiervon ist das Altenburger Land, wo gerade im Weihnachtsgeschäft ein deutlicher Kaufkraftabfluss nach Sachsen von den Einzelhändlern zu beklagen ist.

Wie Recht die Liberalen mit ihrer Forderung hatten, belegt der Bericht in der OVZ von Montag, wo es unter dem Titel “Verkaufsoffener Sonntag: Händler froh: Volle Läden, guter Umsatz” heißt: “Der einzige verkaufsoffene Sonntag in diesem Advent hat dem Einzelhandel Leipzigs volle Häuser und gute Umsätze gebracht. Die großen Kaufhäuser und Shoppingcenter äußerten sich gestern sehr zufrieden”.

Der Altenburger FDP-Stadtrat und Ortsvorsitzende Detlef Zschiegner, selbst stadtbekannter Einzelhändler in der Baderei, beklagt nicht nur, dass der Antrag der Liberalen mit großer Mehrheit im Landesparlament abgeschmettert wurde. Ihn verärgert vor allen Dingen, dass es der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Christian Gumprecht war, der die Gegenrede zu dem Antrag gehalten und dabei die gesamte Händlerschaft in Altenburg verunglimpft hat. “Ich weiß natürlich als jemand, der aus Altenburg kommt und sich der Nähe großer sächsischer oder anhaltinischer Städte bewusst ist, welche Konkurrenzsituation entsteht, wenn dort an anderen Sonntagen geöffnet ist. Das hat aber in meinen Augen nichts mit der Anzahl zu tun, sondern mit der Attraktivität. Die Menschen gehen dorthin, wo Kaufen attraktiv ist, wo sie einen Erlebniswert dazu haben”, zitiert Zschiegner aus Gumprechts Gegenrede im Landtag.

“Für mich und meine Händlerkollegen ist das ein Schlag ins Gesicht! Wenn denn Altenburg und seine Geschäfte zum Einkaufen so unattraktiv wären, wie es Herr Gumprecht im Landtag darstellt, dann würden nicht am Buß- und Bettag viele Menschen aus den umliegenden sächsischen Städten zum Einkaufen nach Altenburg strömen. Und auch meine Stammkunden aus Leipzig, Borna, Geithain, Frohburg, Meerane, Chemnitz oder Zwickau kaufen immer wieder und sehr gerne in Altenburg ein!”, erläutert Zschiegner und ergänzt: “Als Landtagsabgeordneter hat Herr Gumprecht sicherlich hinreichend Zeit, sein Geld in der 'attraktiven Einkaufsmetropole' Erfurt auszugeben. Ihn interessieren die Altenburger Händler mit ihren Sorgen und Nöten ganz einfach nicht!”