29.12.2010 | OVZ

Göllnitz will selbstständig bleiben

Bürgermeister für Stärkung der VG Altenburger Land durch Aufnahme weiterer Gemeinden

Göllnitz (B.K.). Gemeinderat und Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch (FDP) in Göllnitz befürworten eine mögliche Aufnahme weiterer Gemeinden in die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenburger Land.

Der Hintergrund: Würden die Thüringer Regierungsparteien auf dem Passus ihres Gesetzentwurfes für eine Gemeindegebietsreform beharren, wonach eine Verwaltungsgemeinschaft eine Mindestgröße von 5000 Einwohnern aufweisen muss, würde die benachbarte Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental ihres Existenzrechts beraubt. Sie verfügt über etwa 4400 Einwohner, während es die VG Altenburger Land auf 5650 Einwohner bringt. “Aber diese Zahl ist kein Grund, sich im Sessel zurückzulehnen”, warnt das Göllnitzer Gemeindeoberhaupt. “Es ist nur eine Frage der Zeit, ob es so bleibt.”

In fünf bis zehn Jahren könnte es so weit kommen, dass die VG große Probleme mit der Einwohnerzahl bekommt und sich vielleicht zu einer Landgemeinde umbilden muss; einem Modell, von dem Heitsch nicht viel hält. “Aber wir alle wollen doch unsere Eigenständigkeit behalten”, wirft er als Argument in die Waagschale.

Dieses Motiv ist auch in den Gemeinden im “Oberen Sprottental” stark verbreitet, denn in einer Land- oder Einheitsgemeinde wäre es mit der Selbstständigkeit einzelner Gemeinden vorbei. Demnächst sollen dem Vernehmen nach die VG-Räte Altenburger Land darüber diskutieren, ob sie weitere Gemeinden aufnehmen würden.

Das Göllnitzer Gemeindeoberhaupt spricht sich für besagte Option aus, weil die VG Altenburger Land bedeutend größer würde. “Dies kann für uns alle nach jetziger Gesetzeslage nur von Vorteil sein und dies gleich für mehrere Jahre.”

Heitsch ist nicht ohne Grund für die kommunale Eigenständigkeit. Seine Gemeinde hat aus eigener Kraft seit der Wende vieles erreicht: Beispielsweise im Straßenbau, bei der Entwicklung des Gewerbegebietes, bei eigenständiger Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Dies sei nur möglich gewesen, weil die Gemeinde selbst entscheiden konnte. All dies möchte er nicht aufs Spiel setzen.

Bislang haben aus dem Oberen Sprottental Löbichau, Vollmershain und Wildenbörten einen möglichen Beitritt zum Altenburger Land erwogen (OVZ berichtete) – allerdings nur für den Fall, dass die ohnehin nur mit Ausnahmegenehmigung agierende VG Sprottental wegen ungenügender Einwohnerzahl per Gesetz abgeschafft wird. Mit Wildenbörten wäre auch die gesetzlich geforderte Geschlossenheit des größeren VG-Gebiets Altenburger Land gegeben. Inwieweit weitere Sprotte-Gemeinden einen Beitritt erwägen, ist noch unklar.

Bislang gehören der VG Altenburger Land folgende Mitgliedsgemeinden an: Altkirchen, Dobitschen, Drogen, Göllnitz, Lumpzig, Mehna, Göhren, Großröda, Naundorf, Starkenberg und Tegkwitz. Letztere drei bilden jetzt die Gemeinde Starkenberg. Der Beitritt von Großröda zu Starkenberg wird derzeit vorbereitet.