30.12.2010 | OVZ

Weniger weiss

Schneetransport aus Innenstadt läuft / Lagerstätte am Teich fast voll / Neues Salz eingetroffen

Altenburg. Seit Beginn der Woche wird der Schnee aus Altenburgs Innenstadt gekarrt. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf machte die Fortsetzung dieser Arbeit gestern von den Kosten abhängig und davon, ob es notwendig ist. FDP-Ortsverbandschef Detlef Zschiegner begrüßte die Kehrtwende.

Was anfangs nicht möglich schien, geschieht jetzt systematisch und planmäßig. Mit schwerer Technik, hier und da auch mit leichtem Gerät, werden die teils meterhohen Schneeberge aufgeladen und aus der Stadt gefahren. Gestern beispielsweise geschah dies auf dem Kornmarkt, wo es dadurch zu einer Entspannung der Parkplatz-Situation kam. Weitere Standorte waren die Dechanei sowie der Nikolaikirchhof, der große Busplatz am Bahnhof sowie Burg-, Johannisstraße und Teile der Lindenaustraße. Allein vom geräumten Dach des Goldenen Pflugs mussten 80 Kubikmeter geborgen werden. Seit Dienstag darf auch auf dem gesamten Markt geparkt werden.

Lagerstätte der weißen, teils auch schon angegrauten Massen ist der Festplatz am Großen Teich. Dieser ist mittlerweile zu großen Teilen gefüllt. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hatte die Beräumung zu Beginn dieser Woche angekündigt (OVZ berichtete). Noch vor Wochenfrist schien dies nicht möglich. “Es ist einfach undenkbar, die ganze Stadt schneefrei zu beräumen”, hatte Wolf zur Stadtratssitzung Mitte Dezember vor allem die immensen Kosten dafür ins Feld geführt.

Diese Kehrtwende wurde von Altenburgs FDP Stadtverbandschef Detlef Zschiegner begrüßt. Der Stadtrat hatte die Beräumung mehrmals gefordert, war damit bis zur vergangenen Woche aber nicht durchgedrungen. Dies sei nicht allein für die Gewerbetreibenden und ihre Kunden erfreulich, sagte Zschiegner gestern der OVZ. Vor allem jedoch kämen jetzt Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge besser durch. Auch bei Tauwetter sei es von Vorteil, nicht mehr so viel Schnee in der Stadt zu haben. Denn dann drohe auch keine Überforderung der Kanalisation. Es wäre schön gewesen, wenn sich das Rathaus zeitiger zur Entsorgung durchgerungen hätte. Der OB sei offenbar von Fachleuten davon überzeugt worden, dass die Stadt mit dem Schnee ein Problem habe. “Manchmal fällt der Groschen eben centweise”, sagte Zschiegner.

Der Oberbürgermeister kündigte gestern an, die Beräumung Schritt für Schritt fortzusetzen. Ob es damit im Januar weitergehe, müsse anhand der Kosten und der Notwendigkeit entschieden werden, sagte Wolf der OVZ.

Zur angespannten Lange bei Salz sagte der OB, dass der Winterdienst die Anweisung habe, auf Hauptverkehrswegen sowie gefährlichen Stellen, wie Anstiegen oder Kreuzungen, zu streuen. Im Moment mache wegen der Witterung die Ausbringung ohnehin wenig Sinn. Ändere sich das Wetter, werde operativ entschieden, an welchen Stellen Salz ausgebracht werde und an welchen nicht. Am Montag habe die Verwaltung 30 Tonnen Streusalz erhalten, womit die Bestände wieder aufgefrischt werden konnten, sagte der Oberbürgermeister.

Jens Rosenkranz