10.01.2011 | TV Altenburg

Oldags Tage als Intendant gezählt?

SPD sieht Mitverantwortung Oldags

Er ist mehr als umstritten, der Geschäftsführer der Theater GmbH in Altenburg und Gera Professor Matthias Oldag. Nicht nur, dass während seiner Leitung das Theater einen Verlust von 1,8 Millionen Euro zu verkraften hat, auch die angesparten Rücklagen von 4 Millionen Euro wurden aufgebraucht. Und selbst die, im Gegenzug durch das Theater, verkündete Steigerung der Zuschauerzahlen, wird von vielen lokalen Politikern bezweifelt. Trotzdem hielt der Aufsichtsrat bislang mehrheitlich an Oldag fest, speziell gegen den Willen einer Mehrheit im Kreistag des Altenburger Landes.

Doch mehrere Zeichen deuten nun darauf hin, dass Oldags Tage in Altenburg und Gera gezählt sein könnten. So spricht Altenburgs OB Michael Wolf (SPD), der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates des Theaters ist, im Interview mit tv.altenburg davon, dass Oldags Vertrag am 31. Juli 2011 endet. Bis dahin solle der Geschäftsführer allerdings dafür sorgen, dass das Theater wieder in sicheres Fahrwasser käme.

In einer aktuellen Pressemitteilung der Altenburger SPD ist ebenfalls die Rede davon, dass Wolf “nicht auf Gedeih und Verderb an Intendant Oldag festhalten will, den für die jetzige Misere Mitverantwortlichen jedoch auch nicht so einfach aus seiner Verantwortung entlassen will.”

Der Vorwurf, dass der Aufsichtsrat Oldag auch über Juli 2011 beschäftigen wolle, kam auf, als ein Beschluss des Altenburger Kreistages, die Stelle, die ab August 2011 neu besetzt werden müßte, sofort auszuschreiben, durch den Aufsichtsrat abgelehnt wurde. Seitdem ist es eher unwahrscheinlich, dass der Kreistag zusätzlichen Mitteln zur Rettung des Theaters zustimmen würde. Damit allerdings könnte auch das Land Thüringen, welches den größten Teil des Finanzloches übernimmt, bereits gezahlte Gelder zurückverlangen.

Bislang ist noch immer unklar, wie es zu der Finanzmisere im Theater hat kommen können. Während Oldag selbst die Schuld dem kaufmännischen Leiter und seiner Mitarbeiterin zuschiebt, sahen vor allem CDU und FDP in Oldag den Schuldigen. Erstmals spricht jetzt auch die SPD von einer Mitverantwortung des Intendanten.

Besonders interessant dürfte daher ein Arbeitsgerichtsprozess werden. So hatte die fristlos gekündigte kaufmännische Mitarbeiterin gegen die Kündigung geklagt. Eine außergerichtliche Einigung ist nach Informationen von tv.altenburg nicht zu Stande gekommen. Insider gehen davon aus, dass der nun zu erwartenden Arbeitsgerichtsprozess mehr Details zum Finanzdebakel öffentlich machen könnte.

Quelle: tv.altenburg