28.01.2011 | TV Altenburg

Ulenspiegel zu teuer?

Derzeit bereitet die Theater und Philharmonie Thüringen die Premiere der Oper “Ulenspiegel” vor. Genau diese Inszenierung wurde jetzt sogar kurzzeitig Thema in der Sitzung des Altenburger Stadtrates. FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner bezweifelte, dass das Theater, welches mit 1,8 Millionen Euro im Minus steht, sich eine solch aufwendige Premiere überhaupt leisten könne. So wäre die Verpflichtung eines Tenors aus Kanada und eines Stararchitekten als Bühnenbildner sicher über dem Budget, welches sich das Theater leisten könne.

Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Stadt Altenburg Michael Wolf (SPD), äußerte dazu, dass er den Hinweis Zschiegners, stärker auf die Kosten solcher Inszenierungen zu achten, dankbar engegen nehme. Allerdings seien für “Ulenspiegel” die Beteiligten schon vor der Finanzkrise verpflichtet worden. Aus diesen Verträgen käme das Theater nicht mehr heraus.

Pressemitteilung der FDP

TPT: Weiter so wie bisher?

FDP warnt vor weiterer Verschwendung

“Natürlich freuen sich auch die Liberalen, wenn unser Theater weltweite Beachtung in den Feuilletons renommierter Zeitungen findet. Die Frage ist nur, zu welchem Preis”, erklärt der FDP-Ortsvorsitzende und Altenburger Stadtrat Detlef Zschiegner in Anspielung auf die Äußerungen des Geraer Oberbürgermeisters zu seinem beharrlichen Festhalten am derzeitigen Intendanten des Theaters, Professor Matthias Oldag.

“Für das Theater selber,” so Zschiegner, “zahlt sich zum Beispiel ein positives Medienecho in New York nicht in barer Münze aus. Einzig Professor Oldag erhöht mit den aufwändigen Inszenierungen seinen Marktwert. Ein Blick auf seine, durchaus anspruchsvolle, Homepage zeigt deutlich, dass er ein Meister der Selbstinszenierung ist. Böse Zungen würden behaupten, er bastele auf Kosten des Steuerzahlers vor allem eifrig an seiner eigenen Karriere.” Besonders deutlich wird dies für den Liberalen an der aktuellen Neuinszenierung der Oper Ulenspiegel, die am heutigen Freitag Premiere in Gera feiert. “Bei allem Respekt vor dem Bemühen, vergessene Opern des zwanzigsten Jahrhunderts neu zu inszenieren: Muss dazu ein Tenor aus Kanada verpflichtet werden? Und auch wenn es der Enkel des Komponisten Walter Braunfels ist: Muss es ein Stararchitekt sein, der für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet?”, fragt sich der Altenburger FDP-Politiker – auch und insbesondere vor dem Hintergrund, dass die TPT Theater und Philharmonie Thüringen GmbH zu Hause vor allem durch ihre desaströse finanzielle Situation immer wieder von sich reden macht.

“Kaum dass der finanzielle Kollaps mit Steuermitteln zumindest fürs erste abgewendet ist, schon geht die Geldverschwendung munter weiter, gerade so, als wäre nichts geschehen. Auf der einen Seite werden ebenso vielseitige wie erfahrene – und vor allem beliebte – Mitglieder des Ensembles, wie zum Beispiel Katrin Strocka, abserviert, auf der anderen Seite steigen die Ausgaben für vermeintliche Gaststars immer weiter an”, empört sich der liberale Theaterliebhaber weiter. Aus seiner Sicht ist es unverzichtbar, dass die Geschäftsführung des Theaters endlich wieder Bodenhaftung bekommt. “Das gilt natürlich auch für den Aufsichtsrat! Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung Karsten Schallas, das Gremium aus Protest verlassen zu haben. Auch die verbliebenen Mitglieder müssen endlich aufwachen! Theater wird mit Steuergeldern für die Bürgerinnen und Bürger, also für die Steuerzahler gemacht. Nicht zur Beförderung der Karriere eines einzelnen Intendanten. Und schon gar nicht um jeden Preis, sondern im Rahmen der Möglichkeiten! Dies sollten auch der Stadtrat sowie der Kreistag bei der Bewilligung von weiteren Mitteln für das Theater im Hinterkopf behalten.”

Auch die Leidtragenden der Oldagschen Selbstinszenierung hat Detlef Zschiegner ausgemacht: Es sind die Mitglieder des Ensembles sowie die vielen Mitarbeiter, die zwar nicht im Rampenlicht stehen, dafür aber durch ihr persönliches Engagement und ihren Einsatz für “ihr” Theater kämpfen. “Ihnen zolle ich großen Respekt, nicht dem Intendanten. Denn am Ende sind sie es, die das Theater mit Leben füllen”, so der Liberale abschließend.

FDP Ortsverband Altenburg