02.02.2011 | OVZ

Theater

Ulenspiegel nicht teurer als andere Produktionen

Altenburg/Gera. Mit Verwunderung reagiert das Theater Altenburg-Gera auf die jüngsten Äußerungen des Altenburger FDP-Ortsvorsitzenden und Stadtrats Detlef Zschiegner. Dieser hatte angesichts der “Ulenspiegel”-Inszenierung vor weiterer Verschwendung am krisengeschüttelten Haus gewarnt (OVZ berichtete).

“In der aktuellen Situation und im Sinne einer Stabilisierung des Theaters ist es entscheidend, dass wir auf einer sachlichen Ebene diskutieren. Deswegen möchte ich einige Details in den Erklärungen von Herrn Zschiegner richtigstellen, um Missverständnisse zu vermeiden”, so Tobias Wolff, kommissarischer Verwaltungsdirektor des Theaters, gestern in einer Pressemitteilung. Als Mitglied des Stadtrates wisse Zschiegner, dass mittlerweile umfangreiche Maßnahmen zur Konsolidierung eingeleitet worden seien. Diese zeigten schon spürbar Wirkung.

Auch den Vorwurf des Liberalen, das Theater leiste sich mit Stephan Braunfels einen teuren Stararchitekten für das Bühnenbild möchte Wolff entkräften. So habe Braunfels selbst in einem Zeitungsinterview geäußert: “Ich kriege hier die ganz normale Gage. Die ist ein Drittel so hoch wie an großen Häusern und halb so hoch wie an mittleren Häusern. Obwohl es genau der gleiche Aufwand ist. Wenn man sieht, was alle an diesem Theater leisten, sage ich, dass man hier ein Preis-Leistungs-Verhältnis hat, von dem große Häuser nur träumen können.”

Neben künstlerischen Gründen hätten für die Verpflichtung des Tenors Keith Boldt in der Titelpartie übrigens auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle gespielt. Boldt stamme zwar aus Kanada, sei aber Ensemblemitglied der Oper Leipzig. Somit fielen nur sehr geringe Reisekosten und so gut wie keine Übernachtungskosten an, erklärt der Verwaltungsdirektor. Die Kosten für Gäste der Produktion “Ulenspiegel” lägen ungefähr beim Durchschnitt aller Produktionen auf der Großen Bühne. Die Reihe der Wiederentdeckungen der Opern des 21. Jahrhunderts habe bei Theater und Philharmonie Thüringen eine lange Tradition und lasse sich bis in die 1980er-Jahre zurückverfolgen.