10.02.2011 | OTZ

FDP-Landtagsfraktion informiert sich auf Nobitzer Flugplatz

“Wo drückt denn der Schuh?”, wollte Franka Hitzing von Flugplatz-Chef Jürgen Grahmann sowie Helge Klein, Sprecher der Bürgerinitiative “Zukunft für das Altenburger Land?” wissen. Die stellvertretende FDP-Fraktionschefin im Thüringer Landtag war mit Fraktionskollegen gestern vor Ort in Nobitz.

Nobitz. Auf die Antworten mussten die liberalen Landtagsabgeordneten dann auch nicht lange warten. Vom Thüringer Verkehrsminister wünschen sich Klein und Grahmann eine Anbindung an die Autobahn 72 sowie den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 93, die Mitte-Deutschland-Schiene und Unterstützung, um wieder Billigflug-Anbieter in Nobitz anzusiedeln. Ihre Wünsche an Thüringens Wirtschaftsminister: Neustrukturierung der Aufgabenstellung für die Landesentwicklungsgesellschaft hinsichtlich der LEG-Industriegebiete in Nobitz und Rositz. Und nicht zuletzt der Wunsch nach einem freundlichen Miteinander zwischen Altenburger Land und der Landesregierung.

Detlef Zschiegner vom FDP-Kreisvorstand Altenburger Land erinnerte seine Erfurter Parteikollegen bei dieser Gelegenheit zudem an das Versprechen von Uwe Barth in Wahlkampfzeiten. Der Landeschef der Thüringer Liberalen hatte damals zugesagt, sich für den Flugplatz in Nobitz stark zu machen und gefordert, dass das Land als Gesellschafter mit einsteige. “Darum könnt ihr Euch in Erfurt auch kümmern”, so Zschiegner.

Was sich dringend ändern müsse, so hatte Helge Klein im vorher geführten Gespräch mit den Politikern gemahnt, sei der Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft für die Industriegebiete in Nobitz und Rositz. Von effektiver oder gar erfolgreicher Vermarktung könne da keine Rede sein. “Wir würden die Akquise lieber selbst in die Hand nehmen wollen unter der Fahne Thüringens selbstverständlich”, umriss Helge Klein seine Idee für künftige Vermarktungsstrategien für das Nobitzer Industriegebiet, die in Zusammenarbeit mit der Landesregierung laufen könne. Denn die Vermarktung der Nobitzer LEG-Flächen spielt im Konzept für die künftige Nutzung des Flugplatzes dort keine unbedeutende Rolle. Nach Worten von Jürgen Grahmann solle beides als Komplex offeriert werden. Mehr jedoch wollte er gestern mit Blick auf Erfurt nicht sagen: “Aus Angst, dass die Altenburger Ideen auch südwestlich im Freistaat auf Gefallen stoßen könnten.”

Mehr und mehr an Bedeutung gewinnt für die Nobitzer indes das VW-Werk im nahen Mosel auf sächsischer Seite. Schon jetzt agiert der Autobauer als Partner in Sachen Flugplatznutzung, nun will der Konzern in Mosel eine Milliarde Euro investieren, wovon laut Klein auch die angrenzende Thüringer Region nicht unerheblich profitiere: beispielsweise mit weiteren Arbeitsplätzen bei Mosel für Thüringer, in den Zulieferbetrieben in Thüringer Regionen, mit weiteren Zulieferaufträgen, zählte er gestern auf. Deshalb könne er es nach wie vor nicht nachvollziehen, dass das Nachbarland Sachsen rein wirtschaftlich und infrastrukturell für die Thüringer Landesregierung so gar keine Rolle spielt. Selbst den Brief von Zwickaus Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß (SPD) und dem Moseler VW-Vorstand an Erfurt, worin um Unterstützung für den Flugplatz Altenburg-Nobitz seiner infrastrukturellen Bedeutung wegen geworben wurde, habe man abgetan: “Man ließ diese Schreiben von einem Sachbearbeiter beantworten. Ich glaube nicht, dass dies in Bayern, Hessen oder auch Sachsen so gehandhabt worden wäre”, merkte Helge Klein an.

Jana Borath