26.02.2011 | OVZ

2012 wird Pause eingelegt

Altenburger Stadtrat stimmt Umbenennung in Barbarossa-Festspiele mit großer Mehrheit zu

Altenburg. Die Altenburger Festspiele machen im kommenden Jahr eine Pause. Das habe der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. Zugleich werden sie künftig unter neuem Namen firmieren. Aus den Prinzenraub-Festspielen werden dann die Altenburger Barbarossa-Festspiele.

Von Ellen Paul

“Es ist schlichtweg unmöglich, drei Dinge gleichzeitig zu tun”, hat die Chefin des städtischen Kulturmanagements, Susanne Stützner, den Antrag auf eine Auszeit im kommenden Jahr begründet. Denn 2012 ist die Skatstadt Veranstalter des Deutschen sowie des Thüringer Trachtenfestes (OVZ berichtete). Die damit verbundenen Aufwendungen im personellen, logistischen und finanziellen Bereich ließen die gleichzeitige Durchführung der Festspiele mit hoher Qualität und überregionaler Ausstrahlung einfach nicht zu. Zwischen beiden würden gerade mal viereinhalb Wochen liegen.

“Diese Entscheidung in Sachen Festspiele birgt Nachteile und Risiken, aber auch Chancen”, so Stützner. Von dem Themenwechsel zu Kaiser Barbarossa erhoffen sich die Veranstalter eine größere überregionale Ausstrahlung des Freiluftspektakels. Es in Ruhe vorbereiten zu können, sei von großem Wert.

Die Wort Pause oder Unterbrechung möchte die Kulturamtschefin in diesem Zusammenhang aber am liebsten aus dem Sprachgebrauch streichen. Es soll vielmehr ein Jahr der Vorbereitung sein. Wichtig für sei vor allem, die Laiendarsteller bei der Stange zu halten. Sie sollen 2012 beispielsweise in Trachtenfest und Altstadtfest eingebunden werden. Auch stehen verstärkt Schulungen in Sprache, Ausdrucksform, Tanz und vielleicht sogar Gesang auf dem Programm. Denn mit Barbarossa kommen ganz neue Herausforderungen.

Ebenso sollen die Sponsoren aktiv in die Vorbereitung einbezogen werden. Auch die Werbung müsse schon im nächsten Jahr für 2013 auf vollen Touren anlaufen. Und eine bessere Möglichkeit als das Trachtenfest zur deutschlandweiten Vermarktung der Barbarossa-Festspiele gebe es gar nicht, so Stützner. “Wir wollen also das eine tun, ohne das andere ganz zu lassen.”

Es sei richtig, sich nicht zu verzetteln, pflichtete Detlef Zschiegner (FDP) bei. Man könne nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, zumal die Stadt nur begrenzte Finanzen habe. Er forderte die Veranstalter deshalb auf, die neuen Festspiele solide und vorsichtig zu planen. Auch die Fraktionschefin der Linken, Birgit Klaubert, sieht 2013 erhöhte Aufwendungen auf die Stadt zukommen. Zugleich habe sie mit dem Namenswechsel ein erhebliches Problem. “Ich frage mich, ob wir uns in die Tasche gelogen haben, als wir von der Marke und der Einzigartigkeit des Prinzenraubs sprachen?”

Am Ende stimmten die Abgeordneten jedoch mit klarer Mehrheit bei 21 Ja- und drei Nein-Stimmen sowie acht Enthaltungen dem neuen Namen zu. Noch klarer bei 24 Ja, drei Nein und fünf Enthaltungen viel das Votum zur einjährigen Pause aus. Umstritten ist allerdings noch der neue Spielort an den Roten Spitzen. Hier soll die Entscheidung im Frühherbst fallen.