03.03.2011 | OTZ

Vorerst kein Geld fürs Theater aus dem Altenburger Land

Viel Lärm um nichts. Denn nach kontroverser Diskussion im Kreistag gestern Abend gibt es für das Theater vom Landkreis vorerst keine zusätzlichen Mittel.

Altenburg. 200 000 Euro sollte das Altenburger Land für die in finanzielle Nöte geratene Theater&Philharmonie Thüringen GmbH zahlen. So die Aufforderung des Freistaates, der Ende 2010, dem Theater zusätzlich zu den 2008 bewilligten Mitteln vorerst 600 000 Euro zur Verfügung gestellt hatte, um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Der Landkreis habe bis 31. Dezember Zeit, das Geld dem Theater zu den ohnehin jährlich fälligen 1,7 Millionen Euro zu zahlen, erklärte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos). Da der Haushalt 2011 gestern wurde ein erster Entwurf diskutiert ohnehin keinen Spielraum zulasse, könne dies nur durch die Erhöhung der Kreisumlage gehen, sagte der Landrat und empfahl, sich das gut zu überlegen. Er könne sowohl die Befürworter als auch die Gegner des Vorschlags verstehen, erklärte er.

Linken-Fraktionschef Frank Tempel fand es eigenartig, dass ein Landrat dafür warb, seine eingereichte Vorlage abzulehnen, und damit dem Theater das Geld zu verweigern.

Karsten Schalla (FDP) hielt es für wichtig, weiter an der Entwicklung des Theaters mitwirken zu können. Sein Rücktritt als Aufsichtsrat sei nicht erfolgt, weil das Theater in finanzielle Schieflage geriet. Diese sei beim Eintritt als Aufsichtsrat schon gegeben gewesen, erklärte er. Der Geschäftsführer hatte dies bis dato nur gekonnt verheimlicht. Schalla rechne nicht mit einer lückenlosen Aufklärung, wie es dazu kam, weil sie, wie er sagte, gar nicht gewollt sei. So sprach er sich samt FDP-Fraktion gegen die zusätzlichen 200 000 Euro aus. Auch die Regionalen signalisierten Ablehnung. Damit wäre die Landratsvorlage vom Tisch gewesen.

Doch Dirk Schwerd , SPD-Fraktionschef, brachte einen Änderungsantrag ein, mit dem auch die Linken leben konnten. Die Verwaltung sollte Einsparpotenziale im Haushalt 2011 auffinden, um die 200 000 Euro fürs Theater zahlen zu können, ohne die Kreisumlage erhöhen zu müssen.

Eine nun namentlich von den Linken geforderte Abstimmung fand keine Mehrheit. Und der Änderungsantrag der SPD wurde mit 23 zu 21 Stimmen abgelehnt. Daraufhin stellte Schwerd den Antrag, die Rydzewski-Vorlage in die Ausschüsse zur erneuten Beratung zu verweisen. Dafür konnten sich neben der SPD-Fraktion und den Linken auch Thomas Nündel und die Meuselwitzer Bürgermeisterin Barbara Golder (beide CDU-Fraktion) erwärmen, so dass der Antrag mit 23 Stimmen angenommen wurde.

Eine zusätzliche Zahlung für das Theater liegt nun also erst mal auf Eis. Das Procedere beginnt von vorn und kann dauern. Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte die CDU-Fraktion signalisiert, durchaus über Zuwendungen verhandeln zu wollen, aber erst 2012.

Rederecht war Tobias Wolff der im Theater derzeit den Hut für die Finanzen aufhat, eingeräumt worden. Die Ausgaben seien reduziert worden, die Einnahmen erhöht, so Wolff. Durchaus möglich, dass man das Geld vom Landkreis am Ende gar nicht benötige, erklärte er.

Was für Ärger unter den Kreisräten sorgte, war die Information, dass das Land bei den von der Stadt Gera geforderten 400 000 Euro fürs Theater einspringe, weil Gera noch keinen beschlossenen Haushalt für 2010 besitzt.

Ulrike Grötsch