02.03.2011 | TV Altenburg

Landkreis verschiebt Entscheidung

Theaterzuschuss könnte abgelehnt werden

Im Grunde stand das Ergebnis schon vor der Kreistagssitzung fest: Das Gremium würde dem zusätzlichen Zuschuss an das Theater nicht zahlen. 200.000 Euro würde der Anteil betragen, den der Landkreis Altenburger Land an dem Finanzdebakel des Hauses tragen müsste. Doch die Mehrheit aus CDU, FDP und Regionalen wollten diesem Zuschuss nicht zustimmen. Umso erstaunlicher war, dass es der SPD mit einer knappen Mehrheit, nach einer längeren Diskussion, gelang, den Beschluss in die Ausschüsse zu verweisen.

Obwohl der Antrag durch die Kreisverwaltung vorgeschlagen wurde, warb der Landrat eher lustlos dafür, dem Beschluss zuzustimmen. Frank Tempel (Die Linke) bemerkte dazu „Ich habe noch nie jemand so für die Ablehnung des eigenen Antrages werben sehen wie Sie.“

Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) hatte in seinem Beschluss vorgeschlagen, die notwendigen 200.000 Euro über die Kreisumlage zu finanzieren. Dies stieß erwartungsgemäß bei den zahlreichen Bürgermeistern in dem Gremium auf Widerstand.

Eine mögliche Lösung bot hier ein erweiterter Antrag der SPD, deren Fraktionsvorsitzender Dirk Schwerd vorschlug, diese Kosten aus Überschüssen und Haushaltsresten zu finanzieren.

Vor allem die CDU sperrte sich grundsätzlich gegen den Zuschuss zu diesem Zeitpunkt. So könne auch im nächsten dieser Beschluss gefasst werden. Wäre dieser Zuschuss dann noch nötig, so würden auch die Christdemokraten zustimmen, versicherte deren Fraktionsvorsitzender Jürgen Ronneburger.

Der aktuelle Verwaltungschef des Theaters, Tobias Wolf, hingegen verdeutlichte, dass das Theater einen Zuschuss des Landkreises auf alle Fälle benötigen würde, wenn auch eventuell nicht in voller Höhe.

Während der erste SPD Vorschlag keine Mehrheit bekam, konnte sich eine knappe Mehrheit dafür entscheiden, den Beschluss in den Ausschüssen neu zu diskutieren. Hier kippte die Mehrheit des bürgerlichen Lagers, da zwei CDU-Fraktionäre dem zweiten SPD-Vorschlag zustimmten.

Dass allerdings bei einem weiteren Vorlage des Beschlusses in der nächsten Kreistagssitzung eine Mehrheit für den 200.000-Euro-Zuschuss zu Stande kommt, darf bezweifelt werden.

Interessant dürfte hingegen sein, dass sich an der lebhaften Debatte das neue Aufsichtsratsmitglied des Theaters, der Regionale Wolfgang Schleicher, überhaupt nicht beteiligt hat. Dieser war in einem Beschluss vorher, in das Gremium gewählt worden, nachdem Karsten Schalla (FDP) sein Amt niedergelegt hatte. Als er sich im Rahmen der Wahl nicht einmal selbst vorstellte, quittierte dies Michaele Sojka (Die Linke) mit dem Zwischenruf „Mich würde ja mal interessieren, ob er überhaupt schon einmal im Theater war!“