02.03.2011

Die Verantwortlichkeit ist zwar immer noch nicht aufgeklärt – aber wenigstens ist der Weg frei für einen Neuanfang

Rede des FDP-Fraktionsvorsitzenden Karsten Schalla zum Thema TPT Theater Philharmonie Thüringen in der Kreistagssitzung am 2. März 2011:

“Der Kreistag hat mich am 09. September 2009 in den Aufsichtsrat der TPT Theater Philharmonie Thüringen gewählt. Jetzt hat er auch das Recht zu erfahren, was mich zum Rücktritt am 06. Dezember 2010 bewogen hat.

Als eifriger Theatergänger und Kulturliebhaber war und ist es mir wichtig, an der Entwicklung des Theaters mitwirken zu können.

Und es war eben nicht die finanzielle Schieflage der Theatergesellschaft, vor der ich mich angeblich in Sachen Mitverantwortung gedrückt hätte. Diese Schieflage war nämlich bereits beim Eintritt ins Aufsichtsratsgremium gegeben. Nur hatte diese der Geschäftsführer bis dato gekonnt dem Aufsichtsrat verheimlicht.

Und es war auch nicht die Verärgerung der Ablehnung einer Beschlussempfehlung zur Neubesetzung des Intendanten zum 01. August 2011 an die Gesellschafter.

Nein, es war die mehrheitliche Ignoranz des Aufsichtsrates im Umgang mit dem Hauptverantwortlichen. Selbiger hat am gleichen Abend der Aufsichtsratssitzung auch noch überraschend die Vertrauensfrage gestellt. Und dieses Vertrauen wurde ihm – mit Ausnahme der Herren Rydzewski und Schalla – ausgesprochen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Gesellschafter Stadt Gera über Wochen den Auftrag, über eine unabhängige erfahrene Anwaltskanzlei die Verantwortlichkeiten rückhaltlos aufklären zu lassen.
Wie Sie alle in der OVZ von gestern lesen konnten, gibt es bis heute noch keine Aussagen über den für mich so wichtigen Sachstand.

Persönlich hatte ich bis zum Schluss meiner Aufsichtsratstätigkeit den Eindruck, dass aus diesem Kreis mit einer Aufklärung nicht zu rechnen ist – weil sie gar nicht gewollt ist.

Nun konnten wir alle seit Tagen verfolgen, dass Herr Prof. Oldag ab 1. August nicht mehr als Intendant zur Verfügung steht. Damit ist zwar die Verantwortlichkeit immer noch nicht aufgeklärt – aber wenigstens der Weg frei, für einen Neuanfang und einer erfolgreichen Ausrichtung der Theatergesellschaft in Hinblick auf die Finanzierungsvereinbarung ab dem Jahr 2013.

Das ich mit meinem Rücktritt das öffentliche Interesse noch stärker geweckt habe, war Absicht. Wenn es aber ein Stück dazu beigetragen haben sollte, dass Herr Prof. Oldag seine persönlichen Konsequenzen daraus gezogen hat, bin ich nicht ganz unzufrieden.”