28.04.2011 | OVZ

Kulturdenkmal

Kaufinteressent informiert Stadträte

Altenburg. Das Stadtforum Altenburg hat in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung nochmals mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, dass es für das vom Abriss bedrohte Gebäude Bei der Brüderkirche 9 sehr wohl einen Kaufinteressenten gebe. Bereits seit acht Monaten bemühe sich ein Investor um den Kauf und die Sanierung des barocken Kulturdenkmals.

So habe sich die Palais Schardt gGmbH Weimar nach der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes zum Areal am Markt schon am 4. September 2010 mit einem Kaufantrag an Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) gewandt. Dieser Antrag und seine Aufrechterhaltung am 13. Dezember seien jedoch vom OB den Stadträten zur Entscheidungsfindung vorenthalten worden. “Zudem wurde das Kaufangebot nicht hinterfragt, jedoch in der Begründung zur denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis zum Abbruch des Kulturdenkmales als nicht ernstzunehmend bewertet”, so Peter Gzik vom Stadtforum.

Nachdem der Weimarer Investor aus der Presse habe erfahren müssen, dass sein Kaufinteresse derart abgewertet worden sei, habe er den direkten Kontakt sowohl zum Stadtforum als auch zu den Stadträten gesucht. So habe Josef Brinkmann vorgestern Abend in den Fraktionen von CDU und Linken sowie vor den beiden FDP-Stadträten sein erfolgreiches Engagement in der Denkmalpflege am Beispiel des Palais Schardt Weimar dargestellt sowie seine Vorstellungen zur Rettung des Altenburger Baudenkmals erläutert.

“Seine eigenen baufachlichen Untersuchungen am Kaufobjekt einschließlich der Prüfung einer wirtschaftlichen Sanierung des intakten barocken Gebäudes gehen von nachvollziehbaren Kosten aus”, so Gzik. Entgegen der Aussage von OB und SWG, dass die Sanierung wirtschaftlich unzumutbar sei, bleibe Brinkmann bei Kosten unter 500 000 Euro und damit bedeutend unter den von der Stadt genannten finanziellen Aufwendungen.

Die Palais Schardt gGmbH sichere zudem eine zügige Sanierung innerhalb von zwei Jahren mit bedeutend weniger Fördermitteln, als von der Stadt veranschlagt, zu. Bei entsprechenden Zuschüssen des Landesamtes für Denkmalpflege sei der Investor sogar bereit, ohne zusätzliche Städtebaufördermittel das Gebäude – dann in zwei Abschnitten – denkmalgerecht zu sanieren. Neben Wohnungen in den Obergeschossen sei im Erdgeschoss eine gewerbliche und öffentliche Nutzung in Verbindung mit der Altenburger Tourismus GmbH geplant.