02.04.2009 | OVZ

Allein gegen Alle

FDP beginnt Altenburger Wahlkampf mit Vorwürfen, Programm folgt später

Kosma. Die FDP will nach 15 Jahren Abstinenz wieder in den Stadtrat der Skatstadt. Denn, wie Stadtvereins-Chef Detlef Zschiegner am Montagabend bei der Nominierungs-Versammlung in Kosma meinte, „das waren 15 schlechte Jahre für die Stadt und die Region“. Scharf attackierte er Oberbürgermeister Michael Wolf, der als Nummer eins der SPD-Stadtratsliste kandidiert: „Wie sollen die Wähler diese Täuschung empfinden? Ich bezeichne sie als Betrug.“

Vor fünf Jahren waren die Liberalen in Altenburg noch an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Inzwischen ist diese Wahlrechtsklausel abgeschafft, doch die FDP ist sicher, den Sprung in den Stadtrat diesmal sowieso zu schaffen. Sie nominierte dafür 27 Bewerber, von denen elf nicht der Partei angehören. Kreisverbands-Vorsitzender Daniel Scheidel freute sich: „Damit kann man sich sehr gut sehen lassen.“

Spitzenkandidat ist der langjährige Chef der Altenburger Werbegemeinschaft, Wolfgang Krause, der auch die Zusammensetzung seiner Mannschaft weitgehend bestimmte und der in seiner Rede schon mal den Grundton des FDP-Wahlkampfes in Altenburg vorgab – Attacke auf alle anderen. „Wir haben es geschafft, drei Kandidaten mehr als die große zerstrittene Volkspartei CDU zu gewinnen, genauso viele Kandidaten wie die Linke und auch mehr als die SPD. Denn dort ist die Liste ohne Wolf nur die Hälfte wert“, zitierte er genüsslich SPD-Kreistagsfraktionschef Volker Schemmel. Der OB als Spitzenkandidat sei Betrug am mündigen Bürger. „Ohne Wolf würde die SPD gerade einmal die Pausenversorgung im Stadtrat aufrechterhalten können.“

Das Wahlprogramm für Altenburg will die FDP nächste Woche in einer Klausurtagung zusammen mit allen Kandidaten, einschließlich der Parteilosen, beschließen. Krause nannte vorab drei Eckpunkte: Kein Kombibad um jeden Preis, aber die Sanierung von Schwimmhalle und Freibad. Neue Einkaufsflächen nur noch in der Innenstadt und dann passend zum Vorhandenen. Und der Dienstleistungsgedanke in der Verwaltung müsse weiter ausgeprägt werden.

Die FDP sei nicht der Lobbyist der Einzelhändler, Freiberufler und Gewerbetreibenden. Die Stadt brauche liberale Stadträte, um die rot-rote Vorherrschaft zu beenden, forderte der einstimmig auf Platz eins gewählte Krause. „In Altenburg muss endlich wieder Politik für die Bürger gemacht werden.“

Günter Neumann

Stadtrat Altenburg

Platz | Name | Ja-Stimmen

1. Wolfgang Krause 18
2. Dr. Johannes Frackowiak 17
3. Torsten Grieger 13
4. Dr. Harald Kunze 16
5. Detlef Zschiegner 15
6. Steven Goericke 17
7. Klaus Engelmann 16
8. Daniel Scheidel 17
9. Karsten Schalla 16
10. Achim Dathe 17
11. Falk Pitzke 15
12. Sven Erfurth 18
13. Martina Buchhardt 18
14. Matthias Martin 18
15. Daniel Oehler 17
16. Bianca Biedermann 18
17. Olaf Jähler 16
18. Dr. Henrik Pradel 18
19. Rüdiger Schween 18
20. Jörg Schulze 18
21. Andrea Rücker 18
22. Lothar Müller 18
23. Monika Nitsch 18
24. Lars Tunk 17
25. Danny Lenk 18
26. Michael Bastisch 17
27. Ruth Grieger 17