30.06.2011 | OVZ

Spiegelgasse

FDP: Bürger müssen gefragt werden

Altenburg (E.P.). Kaum scheinen die Irritationen im Zusammenhang mit dem angekündigten Neubau der Eselsbrücke ausgeräumt (OVZ berichtete), dräut dem Altenburger Oberbürgermeister schon der nächste Ärger. Und erneut wird ihm mangelnde Einbeziehung der Bürger bei einer Entscheidung vorgeworfen.

Konkret geht es um die im Herbst geplante Sanierung der Spiegelgasse. Einer Pressemitteilung des Altenburger FDP-Stadtrats Detlef Zschiegner zufolge, hat Michael Wolf dem Bauausschuss mitgeteilt, dass in dieser Altstadtgasse die vollständige Pflasterung von Haus zu Haus und eine Erweiterung im unteren Bereich auf sechs Meter vorgesehen sind. Einen Bordstein solle es nicht mehr geben, stattdessen werde der gepflasterte Seitenstreifen durch eine Regenwassermulde von der Fahrbahn getrennt. “Wer meint, dass Wolf nun zunächst das Gespräch mit den betroffenen Anwohnern sucht, irrt jedoch gewaltig”, so Zschiegner.

Erst habe die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) über eine Million Euro ausgegeben, um neue Häuser in der Spiegelgasse zu errichten und Bewohner in der Innenstadt anzusiedeln. Bei der weiteren Planung ihres Lebensumfeldes seien ihre Meinungen und Wünsche für Wolf jedoch schon nicht mehr von Interesse. Dabei gebe es unter den betroffenen Anwohnern durchaus Unmut. “Wenn die Spiegelgasse wie die Marktgasse komplett mit altem Granitpflaster gepflastert wird, dann mag das zwar vor dem Hintergrund der vielen Pflastersteine, über die der städtische Bauhof verfügt, sparsam sein. Fußgängerfreundlich ist es, insbesondere für ältere Menschen, jedoch nicht”, erklärt Zschiegner. Hinzu komme, dass die Schlafzimmer der neuen SWG-Häuser zur Gasse liegen. “Die Mieter werden sich bedanken, wenn die Gasse mit dem lautest denkbaren Pflaster saniert wird.” Der FDP-Stadtrat fordert den Oberbürgermeister deshalb auf, noch vor der Auftragsvergabe das Gespräch mit den betroffenen Bürgern zu suchen und nicht erneut – frei nach Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV. “Die Stadt bin ich” – vollendete Tatsachen zu schaffen.