29.10.2011 | OTZ

Theater nimmt letzte Hürde

Der Altenburger Stadtrat stimmt der Vereinbarung für die Theaterfinanzierung von 2013 bis 2016 zu

Altenburg. Die letzte Hürde ist genommen. Der Altenburger Stadtrat hat die Vereinbarung zur Theaterfinanzierung 2013 bis 2016 abgesegnet. Wenngleich der Segen nicht so leicht über die Lippen kam und auch nicht einstimmig erfolgte. Aber das war nach den Querelen, die das Papier bereits im Kreistag hervorgerufen hatte, auch nicht anders zu erwarten gewesen.

Der Freistaat stellt jährlich 9,7 Millionen Euro zur Verfügung, die drei Gesellschafter Landkreis, Gera und Altenburg müssen es auf insgesamt 6,7 Millionen Euro Zuschuss bringen. Für letztere liegt die Last bei fast einer Million Euro jährlich. Angesichts der zu erwartenden Kürzungen im Haushalt eine Bürde, die unendlich mehr drückt. Jährlich bekommt Theater & Philharmonie Thüringen ab 2013 zwar 253 000 Euro mehr in die Kasse. Doch das reicht bei weitem nicht, um die Gehälter der fast 300 Mitarbeiter in der Zukunft an den Flächentarifvertrag anzupassen. Seit Jahren werden Personalkosten gespart über einen Haustarifvertrag. Doch dieser läuft aus. Gespräche mit dem Betriebsrat und der Belegschaft laufen. Das Geld reicht nicht. Angesichts dessen rangen die Stadträte vorgestern Abend sichtlich um die beste Lösung, die nur für Detlef Zschiegner (fraktionslos) als einzigem in der Verweigerung lag. Der Kommunalpolitiker wollte raus aus dem Flächentarifvertrag und sagte “Nein” zur Vereinbarung. Fünf Enthaltungen erntete das Ansinnen außerdem, mehrheitlich von der CDU-Fraktion. Zuvor waren der Jahresabschluss 2010, die Entlastung des Aufsichtsrates und ein Nachtrag über einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 52 500 Euro jeweils für 2011 und 2012 beschlossen worden.

Die Situation war hochgradig angespannt. Gegen die durchaus einschüchternde Situation, die Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) mit “friss oder stirb” umschrieb, kämpfte der Aufsichtsratsvorsitzende für die Annahme der Finanzierungsvereinbarung. Dies sei die notwendige Voraussetzung, um Strukturveränderungen vornehmen zu können, sagte er. Dennoch. Die Frage nach den zwar wachsenden Besucherzahlen und andererseits sinkenden Umsätze forderte Antwort. Die kaufmännische Geschäftsführerin der TPT, Andrea Schappmann, verkündete daraufhin, dass das Rabattsystem des Theaters unter die Lupe genommen worden sei und die so genannte Flatrate nicht mehr gelte. Allerdings wolle man an Rabatten für Schulen festhalten, was allgemein im Stadtrat begrüßt wurde. Das andere und weit gewichtigere Thema war die Einkommensstruktur der Mitarbeiter. Größter Posten sei hier das Orchester, bei dem an einer Lösung gearbeitet werde, sagte Schappmann.

Wolf zeigte für die Zukunft drei Alternativen auf. Bevorzugt werde der Abschluss von Einzelverträgen mit erheblichem Einsparvolumen. Eine weitere Option sei der Abschluss eines neuen Haustarifvertrages. Sollte es allerdings frühzeitig zum Flächentarifvertrag kommen, hieße das Personal- und Spartenabbau.

Petra Lowe