06.12.2011 | OVZ

Karsten Schalla legt sämtliche Ämter nieder

Altenburg (E.P.). Karsten Schalla, einer der populärsten ehrenamtlichen Politiker des Altenburger Landes, hat gestern völlig überraschend zum Jahresende den Rückzug von sämtlichen Ämtern verkündet. Der 45-jährige Liberale nannte dafür gesundheitliche Gründe. Seine Entscheidung sei ohne jeden politischen Hintergrund.

Karsten Schalla zieht sich aus der Politik zurück

Altenburger Unternehmer legt aus gesundheitlichen Gründen zum Jahresende alle Ämter nieder

Altenburg. Karsten Schalla, einer der populärsten ehrenamtlichen Politiker des Altenburger Land, hat gestern völlig überraschend zum Jahresende seinen Rückzug von sämtlichen Ämtern verkündet. Der Altenburger Unternehmer nannte für diesen Schritt, den er am Nachmittag im Kreisausschuss des Kreistages und am Abend auf der Sitzung seiner Fraktion kundtat, gesundheitliche Gründe. “Mehr will ich dazu nicht sagen, das ist meine Privatsache”, erklärte er auf OVZ-Nachfrage.

Seit 2004 sitzt Schalla für die Freien Demokraten im Kreistag des Altenburger Landes, führt die Fraktion von Anbeginn. In Zusammenhang mit diesem Mandat, das er nun zum 31. Dezember niederlegen will, hat er noch zahlreiche andere verantwortungsvolle Funktionen übernommen. Derzeit ist er beispielsweise ehrenamtlicher Vize-Landrat, Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport, Aufsichtsrat der Flughafen GmbH, Verbandsrat im Rettungsdienst-Zweckverband Ostthüringen und ständiger Vertreter im Abfall-Zweckverband Ostthüringen. Zudem gehört er auch in seiner Partei als Vize-Chef des Kreisvorstandes zur Führungsspitze. Von diesem Amt will er sich ebenfalls trennen, sein Parteibuch aber behalten. “Die Mitgliedschaft habe ich aus Überzeugung angetreten. Und an dieser Überzeugung hat sich nichts geändert”, so Schalla.

Der heute 45-Jährige hatte 2004 maßgeblichen Anteil daran, dass der FDP der Wiedereinzug in den Kreistag gelang. Voraussetzung dafür war eine Erneuerung und Verjüngung der Freien Demokraten, für die ein Jahr zuvor ebenfalls unter Federführung von Karsten Schalla der Grundstein gelegt wurde. Seine Machtübernahme als neuer Kreis-Chef bei der Vorstandswahl Anfang 2003 ist legendär und ging als “Handstreich” oder auch “Putsch” in die Annalen ein.

Während der zurückliegenden acht Jahre intensiver politischer Arbeit hat Karsten Schalla immer wieder polarisiert, doch stets klare Position vertreten. Größter Paukenschlag war sein Rücktritt als Aufsichtsrat der Theater GmbH im Zusammenhang mit der Finanzkrise im vergangenen Jahr. Er galt als harter Kritiker von Intendant Matthias Oldag, konnte und wollte dessen Weiterbeschäftigung mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Ähnlich von sich reden machte Schalla beim Thema Flugplatz, wo er zu den erklärten Gegnern des seiner Meinung nach viel zu teuren Billigflieger-Projekts zählte.

Schalla war, was inzwischen fast in Vergessenheit geraten ist, 2003 für die FDP als Landtagskandidat angetreten und war aktiv im inzwischen aufgelösten Wirtschaftsverein Altenburger Land.

Das nicht von ungefähr, denn Karsten Schalla ist als Geschäftsführer eines erst in Schmölln und seit 2006 in Altenburg ansässigen Brandschutzbüros selbst ein erfolgreicher Unternehmer. Zu seinem gesellschaftlichen Engagement gehört außerdem seine Mitgliedschaft im Rotary Club Altenburg, die er vorerst ruhen lassen will.

Ellen Paul